Harz-Ballerina tourt nicht nach Brüssel

Vor dem Hintergrund der tragischen Ereignisse in der belgischen Hauptstadt Brüssel am 22. März hat die Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) ihre Europafahrt „HSB on Tour“ abgesagt. Die Tour mit der Dampflokomotive 99 6001 sollte am 29. März in Wernigerode beginnen und eine Woche lang durch verschiedene europäische Großstädte mit der Schwerpunktveranstaltung im Brüsseler EU-Viertel führen. Die Lokomotive wird dennoch wie geplant Mitte April am Jubiläum einer Museumsbahn an in Nordfrankreich teilnehmen. Dies teilte die HSB am Gründonnerstag mit.

Die Tour war als besonderer Höhepunkt des HSB-Jubiläumsjahres „25 Jahre Volldampf in Freiheit“ gedacht. Dabei wäre der Dampflok 99 6001 die Rolle als besondere Botschafterin der Harzregion sowie der Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen zugefallen. Sie sollte in den europäischen Großstädten Amsterdam, Antwerpen, Brüssel und Paris Station machen. Dort waren gemeinsame Präsentationen mit Vertretern aus dem Kreise der HSB-Gesellschafter sowie touristischen Leistungsträgern aus der Harzregion vorgesehen, um an die Zeit des politischen Umbruchs in Europa nach Öffnung der Grenzen zwischen Ost und West und die Entwicklung seitdem zu erinnern.

99 6001 wird dennoch im April nach Saint Valery sur Somme an die französische Kanalküste gebracht. Dort wird die 77 Jahre alte Harzballerina wie geplant am Jubiläum der Museumsbahn „Chemin der Fer de la Baie de Somme“ vom 15. bis 17. April teilnehmen und auf der 7,5 km langen Strecke von Noyelles nach Le Crotoy gemeinsam mit anderen europäischen historischen Gastlokomotiven eingesetzt. Auch die vom 25. bis 29. April im EU-Parlament in Brüssel vorgesehene Ausstellung „25 Jahre Volldampf in Freiheit“ der Harzer Schmalspurbahnen solle wie geplant stattfinden, teilte die HSB mit.

 

Touren mit Schmalspurbahnen

Das Emsland zwischen Leer und Rheine sowie die angrenzenden Niederlande kann man auch heute noch mit so mancher Schmal- und Feldbahn erkunden, die wieder im Einsatz stehen. Die Bahnen kamen früher unter anderem beim Transport von Torf zu Trockenfeldern und Verarbeitungsanlagen zum Einsatz.

Ein Exemplar einer alten Feldbahn ist im Emsland Moormuseum zu sehen. Mit ihr haben Besucher die Möglichkeit, das große Museumsfreigelände zu erkunden. Unter anderem steht hier der Siedlerhof mit seinen “Bunten Bentheimer Schweinen“, einer vom Aussterben bedrohten Haustierrasse. Bis zum 31. Oktober fährt die Feldbahn täglich um 13, 14, 15 und 16 Uhr. Eine Fahrt dauert etwa 30 Minuten. Das Moormuseum ist Dienstag bis Sonntag von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Montag ist Ruhetag. Erwachsene zahlen 5 Euro Eintritt, ermäßigte Eintritte 3,50 Euro. Die Feldbahnfahrt kostet 2 Euro für Erwachsene und 1 Euro für ermäßigte Personenkreise. Weitere Informationen unter www.moormuseum.de.

Smalspoor Museum

Loks und Transportwagen aus verschiedenen Industriezweigen kann man im Industrieel Smalspoor Museum entdecken. Foto: ISM

Im Industrieel Smalspoor Museum im niederländischen Ort Erica (Griendtsveenstraat 140, NL-7887 TK Erica) kommen Kleinbahnliebhaber auf ihre Kosten. Dort ist eine große Auswahl an Diesellokomotiven aus verschiedenen Ländern sowie in diversen Altersklassen und Bauarten zu finden. Lokomotiven und Transportwagen aus den meisten Industriezweigen warten hier auf große und kleine Eisenbahnliebhaber. Mit einigen geht es dann auf Tour. Das Museum hat noch bis 31. Oktober täglich von 13.00 bis 16.30 Uhr geöffnet, donnerstags und samstags sogar schon ab 10.00 Uhr und sonntags ab 11.00 Uhr. Der Eintritt inklusive Zugfahrt beträgt für Erwachsene und Kinder ab zwölf Jahre 6 Euro. Kinder von zwei bis zwölf Jahre zahlen 4 Euro. Der Fahrplan der Bahnen und weitere Informationen unter www.smalspoorcentrum.nl.

Den größten Museumspark der Niederlande, den Veenpark, erkunden Besucher ebenfalls ganz bequem mit der museumseigenen Feldbahn. Am Haupteingang gibt es Bahnsteige für Fahrten über das Gelände. Die Museumsdörfer “‘t Aole Compas” und “Bargermond” zeigen das Leben der Moorbauern und ihre Entwicklungsstufen. Der Veenpark kann bis 27. Oktober täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr besucht werden. Im August verlängert sich die Öffnungszeit bis 18.00 Uhr. Kinder bis 4 Jahre haben freien Eintritt. Ab 5 Jahren kostet der Eintritt 13,50 Euro. Senioren ab 65 Jahre zahlen 12,50 Euro. Im Eintrittspreis sind ein kostenfreier Geländeplan sowie die Fahrten auf den zwei Bahnstrecken und eine Bootsfahrt inklusive. Weitere Informationen unter www.veenpark.nl.

Wer es dann doch etwas größer mag, fährt mit dem Hasetal-Express. Ein Dampfzug schaukelt seine Mitfahrer gemütlich durch die Landschaft. Der Museumszug besteht aus fünf Personenwagen (Bj.1901-1930), einem Salonwagen, einem Packwagen (Bj. 1924), zwei Güterwagen (Bj. 1911) und der Dampflok „Niedersachsen“. Im August, September und Oktober ist der Zug noch an einigen Tagen unterwegs. Ausführliche Informationen zur Streckenführung, dem Fahrplan und den Ticketpreisen gibt es unter www.eisenbahnfreunde-hasetal.net.

Einen Überblick über die einzelnen Bahnerlebnisse bietet auch die Internetseite www.emsland.com.

Museumsbahn DEV: Dampf und Diesel satt

Ein heißes Wochenende steht Schmalspurfreunden bevor – die verlockende Alternative zum Badesee wird unweit von Bremen angeboten. Unter dem Motto “Dampf und Diesel satt” führt der Deutsche Eisenbahn-Verein Bruchhausen-Vilsen (DEV) an diesem Wochenende (3./4. August) viele seiner Fahrzeuge im Betrieb vor. Neben verschiedenen Dieselloks und Triebwagen sind auch mehrere Dampflokomotiven im Einsatz. Unterschiedliche Zugzusammenstellungen fahren in einem abwechslungsreichen Fahrplan mit Zugkreuzungen auf allen Bahnhöfen.

Personenzug mit Güterbeförderung und Rollwagenbetrieb auf der DEV-Strecke. Foto: Jan Böttcher

Personenzug mit Güterbeförderung und Rollwagenbetrieb auf der DEV-Strecke Bruchhausen-Vilsen – Heiligenberg – Asendorf. Foto: Jan Böttcher

Am Samstag gilt ein deutlich verstärkter Fahrplan mit unterschiedlichen Zuggarnituren. Ferner besteht auf der Normalspurstrecke ein Zubringerverkehr um 9.30 Uhr ab Syke und zurück um 18.15 Uhr ab Bruchhausen-Vilsen. Außerdem werden je 30-minütige Erklärungen zur Funktionsweise einzelner Damploks angeboten: am Samstag für die Lok Franzburg um 14.30 Uhr und 15:30 Uhr, die Lok Spreewald wird um 16.45 Uhr vorgestellt. Am Sonntag werden die Dampfloks Franzburg um 12.30 Uhr und die Kastendampflok Plettenberg um 14.30 Uhr im Detail erklärt. Interessenten für die Vorstellung der Diesellok V29 finden sich um 11.00 Uhr am Lokschuppen in Bruchhausen-Vilsen ein. Ferner sind an beiden Betriebstagen je einstündige Vorführungen an der Rollbockgrube vorgesehen: am Samstag um 12 und 14.30 Uhr, am Sonntag um 12.15 und 13.45 Uhr.
Nähere Infos enthält ein Flyer, der von der DEV-Webseite heruntergeladen werden kann.

Wohin in den Ferien? Tipps für Eisenbahntouristen

Die Ferienzeit ist da – und wer noch ein Ziel sucht und die Fahrt mit einer touristischen Eisenbahn plant, findet in der aktuellen Jahresausgabe 2013 des Reisemagazins “Eisenbahn Tourist” einen praktischen Leitfaden. Die eingesetzten Züge sind oft historische Fahrzeuge aus der guten alten Zeit. 70 Jahre alte Triebwagen und Elektroloks sind ebenso beliebt wie die zum Teil 100 Jahre alten Dampfloks. Im Zillertal, im Harz, in Sachsen und auf der Rhätischen Bahn sind “Cabrio-Wagen”, also umgebaute offene Güterwagen für Touristen, der große Hit. Über 150 Touristikbahnen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien führt der “Eisenbahn Tourist” in seiner aktuellen Ausgabe auf. Die schönsten Strecken davon sind mit Fahrplan, Beschreibung, Fotos und Streckenskizzen versehen. Dazu gibt es einen Wandkalender für 2014 und eine Video-DVD mit einer Führerstandsfahrt mit der Zillertalbahn von Jenbach nach Mayrhofen. Für H0-Modellbahner findet sich im Eisenbahn Tourist 2013 auch ein Karton-Bausatz des Bahnhofs Son Servera der Schmalspurbahn SFM auf Mallorca.

Kurzporträts von Museumsbahnen in Europa stellt der Eisenbahn Tourist 2013 vor.

Kurzporträts von Museumsbahnen in Europa stellt der Eisenbahn Tourist 2013 vor.

Bei einigen Bahnen kann man nicht nur Wagen oder ganze Züge für Familienfeiern mieten, sondern sogar einen Amateurlokführerschein machen. Hierzu lernt man die wichtigsten Vorschriften der Eisenbahnbetriebsordnung (EBO) in einem kurzen Seminar kennen und dann geht es schon rauf auf die Lok. Der echte Lokführer achtet dann sehr genau darauf, dass der Hobby-Lokführer die richtigen Hebel bedient.

“Mit der Lok ist es wie mit dem Flugzeug: Das Starten, also das Losfahren, ist einfach, aber das Landen, also richtig Bremsen ist eine Kunst” sagt Lokführer Rolf Jirowetz von der Bad Orber-Kleinbahn, die auf 60 Zentimetern Spurweite unterwegs ist. Der Reiseführer “EisenbahnTourist 2013″ ist bei den Touristikbahnen selbst sowie im Modellbahn- und Buchhandel (ISSN1430-0052) erhältlich, sowie über die Webseite www.eisenbahntourist.de.