Piko legt weiter zweistellig zu

Kurz vor Beginn der Spielwarenmesse Nürnberg (30.1.bis 3.2.2019) berichtet der Sonneberger Modellbahnhersteller Piko traditionell über die Umsatzentwicklung des vergangenen Jahres. Danach sei es auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 erneut gelungen, mit einem Zuwachs von 12 Prozent über dem Vorjahresumsatzergebnis abzuschießen. Unter dem Aspekt der positiven Entwicklung von Piko und aufgrund der Tatsache, dass der Modellbahnmarkt auch im letzten Jahr nicht gewachsen ist, konnte der Sonneberger Modellbahnhersteller seine Position als drittgrößter Modellbahnhersteller auf dem europäischen Festland weiter festigen und sogar ausbauen. Zwei von drei Euro setzt Piko in Deutschland um, die größten Umsatzzuwächse mit leicht über 20 Prozent wurden aber im Ausland erzielt. Besonders positiv habe sich das Geschäft in der Schweiz und in den USA entwickelt.

Pressekonferenz bei Piko (von links): Vertriebsleiter Jens Beyer, Inhaber Dr. René F. Wilfer und Marketingleiter Maximilian Gentsch stellten unter den Neuheiten 2019 bereits ein erstes Handmuster der Baureihe 50.35 in Spur G vor.  Foto: Piko

Als wichtigen Baustein dieser erfolgreichen Entwicklung sieht das Unternehmen die gute und stabile Warenversorgung des Handels sowie die termingerechte Auslieferung der angekündigten Neuheiten an. Dazu habe neben der Fertigung in Sonneberg – hier wird das komplette Gartenbahnsortiment produziert – auch das Piko-Werk im südchinesischen Chashan beigetragen, in dem alle N-, TT- sowie ein Großteil der H0-Artikel gefertigt werden.

Erste G-Neuheit des Jahres erscheint bereits im Februar

Vierachsige BR 118 der DR

Für die Spur G kündigte Piko (wie bereits berichtet) die Dampflokomotive BR 50.35 der Deutschen Reichsbahn an. Dort markierte die fünffach gekuppelte Schlepptenderlok den Abschluss des planmäßigen Einsatzes regelspuriger Dampfloks – auf der Wunschliste vieler DR-Gartenbahnfreunde habe sie ganz weit oben gestanden. Zum Herbst diesen Jahres ist die Auslieferung geplant. Bereits zum Februar, gleich nach der Spielwarenmesse, liefert Piko die erste angekündigte Neuheit 2019 aus – die vierachsige Variante der DR-Diesellok Baureihe 118, die es bereits als sechsachsige Ausführung gibt.

Ganz neu im G-Programm von Piko ist eine Funkfernsteuerung zum Einbau in die meisten analogen Lokomotiven, sie ermöglicht eine kabellose Steuerung von Zügen ohne Digital-System.

70 Jahre Piko: Fest im Juni

Im Rahmen der Pressekonferenz wies Geschäftsführer Dr. René F. Wilfer auf den elften „Tag der Offenen Tür“ im Stammwerk Sonneberg am 22. Juni 2019 hin, der in diesem Jahr unter dem Motto „70 Jahre Piko“ steht. Zu diesem Event plant das Unternehmen wieder zahlreiche Aktionen wie eine große Tombola, einen Verkauf von B-Ware sowie, für die Anreise, den Einsatz zahlreicher Sonderzüge.

Vom Brocken zurückgekehrt

Im Modell nachgestellt: Bergung der eingeschneiten Lok. Foto: Andreas Horn

Mitglieder des HSB-Aufsichtsrates machten sich in dieser Woche ein Bild von den Arbeitsbedingungen auf dem Brocken. Nach der Bergung des in einer Schneewehe festgefahrenen Zuges hat sich der Bahnverkehr auf den höchsten Harzgipfel wieder normalisiert. Trotz der widrigen Witterungsbedingungen werden die Gleise, Bahnsteige und Wege auf dem Brocken nahezu täglich durch den Winterdienst der Harzer Schmalspurbahnen so vom Schnee befreit, dass Gäste diese Winterlandschaft gefahrlos erleben können. Im Einsatz konnte bei der Besichtigung auch die 2006 erworbene Schneefräse der HSB erlebt werden. Geschoben vom Harzkamel, ist das Räumfahrzeug derzeit täglich zum höchsten Harzgipfel unterwegs.

Der kurz vor dem Brockengipfel in einer Schneewehe stecken gebliebene Personenzug hat GBP-Leser und Hobbyfilmer Andreas Horn (sein Bahnhof Drei Annen Hohne ist im GBP 1/2019 vorgestellt) dazu animiert, im frischen Schnee auf seiner Gartenbahnanlage die Rückführung der geborgenen Garnitur frei interpretiert im Modell nachzustellen. Das Video ist bei Youtube eingestellt, hier zu sehen. Viel Spaß!

Schneechaos auch am Brocken (mit zwei Updates)

Nicht nur in Österreich und Bayern beeinträchtigt der Winter den Schienenverkehr. Am Dienstag (8.1.2019) blieb auch ein Zug der Brockenbahn kurz vor dem Gipfel im Schnee in einer Schneewehe stecken und konnte sich nicht mehr frei fahren. Dutzende Fahrgäste saßen über Stunden hinweg fest und mussten auf die Schneefräseinheit der HSB warten, die dann zzumindest einen Teil des Zuges wieder zu Tal befördern konnte. Etwa 50 weitere Personen, die sich auf dem Brocken aufhielten und vom stecken gebliebenen Zug abgeholt werden sollten, wurden schließlich mit dem Kleinbus des Brockenwirts nach und nach zu Tal gebracht, berichtete der MDR. Der Zugverkehr auf den Brocken wurde umgehend eingestellt. Am Mittwoch Vormittag wurde weiter versucht, die in der Schneewehe steckenden Waggons und die eingeschneite Lok 99 234 freizuschaufeln. Das war am Dienstag wegen des Sturms nicht gelungen.

Idyllisch, wenn der Schnee nicht zu hoch liegt: Ein HSB-Zug erreicht den Brocken. Archivbild: Jan Böttcher

Auf dem Brocken wurden am Dienstag zur Mittagszeit, als sich der Zug festfuhr, Windböen mit Spitzengeschwindigkeiten bis 126 km/h gemessen, die den über 80 Zentimeter hohen Schnee aufwirbelten und meterhoch über den Gleisen anhäuften. Der Deutsche Wetterdienst riet auch am Mittwoch von einem Besuch des Brocken ab. Die HSB informieren auf ihrer Website über aktuelle Fahrplanänderungen. Zwischen Schierke und Brocken sowie zwischen Eisfelder Talmühle und Hasselfelde ruhte auch am Mittwoch Nachmittag der Schienenverkehr. Die HSB entscheiden jeden Morgen über die Betriebslage. Wann angesichts weiterer Schneefälle der Zugbetrieb wieder aufgenommen werden kann, ist derzeit unklar.

Bilder vom eingeschneiten Zug auf der MDR-Website

Update 10.1.: Zug wird geborgen

Auch am Donnerstag (10.1.) war die Strecke zum Brocken, noch blockiert. Nach und nach werden die restlichen drei, in den Schneeverwehungen stecken gebliebenen Wagen des Zuges in Handarbeit frei geschaufelt und abtransportiert. Am Donnerstag früh steckten noch ein Waggon und die Dampflok fest. Um auch die Lok 99 234 bergen zu können, müssen zuerst Teile des Triebwerks entfernt werden, damit die Maschine durch gefrorenes Wasser in den Zylindern keinen Schaden nimmt. Wann der Betrieb zum Brocken wieder aufgenommen kann, ist noch völlig unklar.

Weitere Informationen und eine Bildstrecke finden sich bei der Braunschweiger Zeitung.

Update 11.1.: Lok 99 234 in der Werkstatt Wernigerode eingetroffen

Die Bergungsaktion im Brocken ist beendet, sowohl der letzte Wagen als auch die eingeschneite Lok 99 234 (99 7234) konnten mittlerweile aus den Schneemassen ausgegraben und nach Wernigerode überführt werden. Darüber berichtet der Norddeutsche Rundfunk auf seiner Website, dazu gibt es auch ein interessantes Video.

Der Zugverkehr im Harz ist infolge der Schneefälle weiterhin stark beeinträchtigt. So vermelden die HSB auf ihrer Website am 11. Januar: Aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen ist der Zugverkehr zwischen Schierke und Brocken, zwischen Eisfelder Talmühle und Drei Annen Hohne sowie Eisfelder Talmühle und Hasselfelde und zwischen Alexisbad und Stiege bis auf Weiteres eingestellt.

Großbahnfest in Schinznach

Die Schweiz ist nicht nur ein Bahnland, sie ist auch ein Gartenbahn-Land. Wie Garten und Bahn zusammen passen, das soll im Spätsommer 2019 vorgeführt werden. Die perfekte Kulisse dazu bietet die Baumschule in Schinznach, unter Eisenbahnfreunden bekannt geworden durch ihre Baumschulbahn der 600-mm-Spur. Fast 31 Jahre lang war hier eine Garratt-Lokomotive beheimatet, die Drakensberg. 1927 von Hanomag in Hannover gebaut, dampfte der rund 15 Meter lange und 63 Tonnen schwere Koloss nach seiner Aufarbeitung ab 1998 auf der Strecke der Baumschulbahn. Doch 2017 musste sich der Verein Schinznacher Baumschulbahn von der imposanten Dampflok trennen, weil nach einigen Umbauten an der Strecke die Lok nicht mehr überall fahren konnte. Inzwischen hat die Drakensberg ein neues Zuhause gefunden, im Juli 2017 trat sie ihre Reise nach Wales an, nach Aberystwyth. Bei der Vale of Rheidol Railway soll sie wieder dampfen, wie das schweizerische e-journal über den Abtransport der Lok berichtete.

Lok Lukas der Schinznacher Baumschulbahn beim Saisonende, Oktober 2018. Foto: SchBB

Doch auf der Baumschulbahn herrscht weiterhin Betrieb, mit wendigeren, kleineren Loks der 600-mm-Spur. Und am Wochenende 7./8. September 2019 ganz besonders auch auf der 45-mm-Spurweite. Dann nämlich findet bei der Schinznacher Baumschulbahn und dem Gartencenter Zulauf in Schinznach-Dorf zum ersten Mal das „Grossbahnfest“ statt. Nicht nur die Profis unter den Gartenbahnern sollen angesprochen werden, auch Familien und die wichtigen Neueinsteiger ins Hobby. Das Großbahnfest soll 2019 das Spur G- & 2m-Event der Schweiz werden. Und daher finden Sie unter den Herstellern von Gartenbahnen und Zubehör auch den Gartenbahn Profi mit einem Infostand vor Ort und einer Aktion, deren Erlös der Aufarbeitung der RhB-Dampflok Rhätia zufließen wird.

Veranstalter des Großbahnfestes ist ein unabhängiger Verein, dessen Kernteam durch eine kleine Gruppe engagierter Gartenbahner gebildet wird. Das Großbahnfest genießt Gastrecht beim Gartencenter Zulauf AG und der Schinznacher Baumschul Bahn (SchBB).