Aristo-Craft macht dicht

Schlechte Nachrichten für die Freunde der US-Bahnen: Aristo-Craft wird seinen Geschäftsbetrieb zum Jahresende 2013 einstellen. Die Familie Polk richtete heute einen entsprechendes Schreiben an Geschäftspartner, Händler und Kunden per Newsletter und kündigte nach über 80 Jahren das Ende der Familienunternehmung an. In der Mitteilung wird vorrangig die schlechte Wirtschaftslage seit 2008 verantwortlich für die schwierige Situation auf dem amerikanischen Gartenbahnmarkt gemacht. Allerdings erweckte Aristo-Craft zuletzt immer mehr den Eindruck, dass man an den Wünschen des Marktes vorbei produzierte. Fehlentwicklungen wie die maßstäblich zwischen zwei etablierten Baugrößen platzierte europäische Güterzuglok Class 66 oder die Consolidation sind nur zwei Beispiele, die Funkfernsteuerung Revolution ein weiteres. Das Marketing-Konzept der Direktbelieferung von Endkunden kippte Aristo-Craft aus den Händlerregalen, in Europa zog sich letztes Jahr dann Bachmann als Vertriebspartner zurück. Man hatte es auch nicht verstanden, auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen und das Marketing schleifen lassen. Mit Newslettern, in denen von Containern voller neuer Farbvarianten der Eggliner berichtet wurde, konnte man jedenfalls keinen Markt beleben.

Was aus dem Produktsortiment von Aristo-Craft wird, bleibt abzuwarten. Für die verbliebenen US-Hersteller kann es nur eine Warnung sein, es besser zu machen als Aristo-Craft in seinen letzten fünf Jahren. Und den europäischen Markt nicht zu vergessen, auch wenn die „alte Welt“ weit weg ist.

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