HSB: Neue Dampflokwerkstatt

Es mangelt an betriebsbereiten Dampfloks bei den Harzer Schmalspurbahnen, wie der Gartenbahn Profi in der Ausgabe 5/2019 berichtete. Und verschärft wurde die ohnehin schon prekäre Situation am 5. September durch einen Unfall der Brockenlok 99 7247.
Bei einem Zusammenstoß mit einem Lkw nahe der Station Hasserode wurde die Lok-Rückwand stark beschädigt und der Wasserbehälter aufgerissen. Wasser lief aus.

Um nicht dauerhaft von externen Kapaziätsengpässen abhängig zu sein, rüsten die HSB nun ihre Werkstattkapazitäten auf – und starteten das bislang größte Bauprojekt in der 28-jährigen Geschichte der Harzer Schmalspurbahnen GmbH. Gemeinsam mit Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert und HSB-Geschäftsführer Matthias Wagener drückte Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel in Wernigerode den symbolischen Startknopf für den Bau der neuen Dampflokwerkstatt (Bild). Nach deren Fertigstellung können die Dampfloks künftig in der eigenen Werkstatt untersucht und gewartet werden. Das mache die HSB unabhängiger und spare auch Kosten. Zugleich haben Touristen und Bahnenthusiasten dann auch die Möglichkeit, die Arbeiten in der gläsernen Galerie zu verfolgen – diese Kombination mache die HSB noch attraktiver.

Per Knopfdruck: „Spatenstich“ zur neuen Dampflokwerkstatt der HSB

Die Idee zum Bau einer neuen Dampflokwerkstatt wurde bereits vor geraumer Zeit geboren, als sich eine immer zeit- und kostenintensivere Instandhaltung der betagten Dampflokomotiven abzeichnete. Spätestens alle acht Jahre müssen diese im Rahmen der sogenannten schweren Instandhaltung umfassend untersucht und in ihre über 4.000 Einzelteile zerlegt werden. Aus Platzgründen schied eine Erweiterung der bisherigen Fahrzeugwerkstatt aus dem Jahre 1926 am Bahnhof Wernigerode Westerntor von vornherein aus. Mit einem Teil des Ochsenteichgeländes konnte ein geeignetes Grundstück in unmittelbarer Nähe zur alten Werkstatt von der Stadt Wernigerode erworben werden.

Mit der Fertigstellung der neuen Dampflokwerkstatt wird im Frühjahr 2021 gerechnet. Nach einer rund einjährigen Anlaufphase können hier dann ab 2022 die ersten Dampflokomotiven vollständig auseinander gebaut und entsprechend den rechtlichen Vorschriften untersucht werden. Die HSB verfügt über insgesamt 25 Dampflokomotiven der Baujahre 1897 bis 1956.