E 10 von LGB nimmt zweiten Anlauf

Zu langsam, mangelnde Zugkraft, schlechte Stromabnahme – an den Exemplaren der  Erstauslieferung der E 10 von LGB gab es einiges zu bemängeln. Seit Montag steht der Redaktion Gartenbahn Profi nun ein offiziell vom Märklin Kundendienst nachgebessertes Modell zu Testzwecken zur Verfügung. Märklin-Geschäftsführer Wolfrad Bächle schickte uns das überarbeitete LGB-Fahrzeug mit Bezug auf den Testbericht in der GBP-Ausgabe 4/2013. „Diesen Bericht nehmen wir zum Anlass, Ihnen eines der ersten nachgebesserten Modelle zur Verfügung zu stellen. Wir sind davon überzeugt, dass mit den vorgenommenen Änderungen alle Beanstandungen aus dem Weg geräumt werden konnten“, heißt es unter anderem in dem Begleitschreiben.

Nun, wir haben erst gar nicht auf das heutige offizielle Ende unseres Kurzrlaubs gewartet, sondern die überarbeitete E10 schon gefahren – und werden sie auch die nächsten Tage noch weiter fahren, um den Testbericht für die nächste GBP-Ausgabe abzuschließen. Aber was sich schon jetzt sagen lässt: Die von Märklin vorgenommenen Änderungen zeigen sichtbare Wirkung. Die Lok fährt auch mit angehängten Waggons nun im angemessenen Reisetempo durch den Garten, und sie zieht jetzt auch was weg: Bei Steigungen unter 2 Prozent sind nun vier LGB-Schnellzugwagen und zwei Piko-Silberlinge am Zughaken noch gut unterwegs, dann erst beginnt die Lok leicht zu schleudern. Die gemessene Zugkraft liegt bei 9,5 N. Erhöht man das Ballastgewicht auf dem hinteren Drehgestell (wir haben bei ersten Testfahrten zeitweise noch ein Bleigewicht von 1 kg aufgelegt), so zeigt die Federwaage sogar einen Wert von über 11 Newton Zugkraft an. Ob die Ballastierung sinnvoll ist, das ist eine andere Frage, denn das Antriebskonzept über nur zwei von vier Radsätzen wurde beibehalten. Somit muss die Zugkraft von nur zwei statt vier Zahnrädern übertragen werden. Übrigens sind jetzt auf den beiden angetriebenen Radsätzen nur noch je ein Haftreifen aufgezogen, so dass der Kurvenlauf in engeren Gleisbögen verbessert wurde. Alle Räder, auch die mit Haftreifen, dienen nach dem Einbau acht weiterer Schleifkohlen nun der Stromabnahme.

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Mit geänderter Elektronik und weiteren Verbesserungen geht die LGB E10 in den zweiten Testlauf. Eines der ersten überarbeiteten Modelle steht uns seit Montag zu Testzwecken zur Verfügung.

 

Geändert wurde die analoge Elektronik: Unter anderem hat Märklin die beiden Drosseln auf den Analog-Brückenstecker der Schnittstelle versetzt, der im Digitalbetrieb abgenommen wird. Bei Anschluss eines Digitaldekoders entfallen diese beiden Drosseln. Außerdem wurden die kleinen Platinen auf den Motoren um je einen Kondensatorbaustein ergänzt.

Unsere Testfahrten gehen heute weiter – bei erwarteten Tageshöchsttemperaturen von über 35 Grad spannen wir die E10 wohl eher vor den Abendzug – und sind gespannt, wie sich die LGB-Neuheit bewähren wird. Märklin danken wir jedenfalls für die Kooperationsbereitschaft, uns so schnell ein überarbeitetes Modell zur Verfügung zu stellen – ein Zeichen dafür, dass man die beschriebenen Probleme ernst genommen hat. Jedenfalls lohnt es sich, die Rückrufaktion (siehe GBP 4/13) anzunehmen und die Lok beim Märklin Kundendienst umrüsten zu lassen.