Vom Brocken zurückgekehrt

Im Modell nachgestellt: Bergung der eingeschneiten Lok. Foto: Andreas Horn

Mitglieder des HSB-Aufsichtsrates machten sich in dieser Woche ein Bild von den Arbeitsbedingungen auf dem Brocken. Nach der Bergung des in einer Schneewehe festgefahrenen Zuges hat sich der Bahnverkehr auf den höchsten Harzgipfel wieder normalisiert. Trotz der widrigen Witterungsbedingungen werden die Gleise, Bahnsteige und Wege auf dem Brocken nahezu täglich durch den Winterdienst der Harzer Schmalspurbahnen so vom Schnee befreit, dass Gäste diese Winterlandschaft gefahrlos erleben können. Im Einsatz konnte bei der Besichtigung auch die 2006 erworbene Schneefräse der HSB erlebt werden. Geschoben vom Harzkamel, ist das Räumfahrzeug derzeit täglich zum höchsten Harzgipfel unterwegs.

Der kurz vor dem Brockengipfel in einer Schneewehe stecken gebliebene Personenzug hat GBP-Leser und Hobbyfilmer Andreas Horn (sein Bahnhof Drei Annen Hohne ist im GBP 1/2019 vorgestellt) dazu animiert, im frischen Schnee auf seiner Gartenbahnanlage die Rückführung der geborgenen Garnitur frei interpretiert im Modell nachzustellen. Das Video ist bei Youtube eingestellt, hier zu sehen. Viel Spaß!

Schneechaos auch am Brocken (mit zwei Updates)

Nicht nur in Österreich und Bayern beeinträchtigt der Winter den Schienenverkehr. Am Dienstag (8.1.2019) blieb auch ein Zug der Brockenbahn kurz vor dem Gipfel im Schnee in einer Schneewehe stecken und konnte sich nicht mehr frei fahren. Dutzende Fahrgäste saßen über Stunden hinweg fest und mussten auf die Schneefräseinheit der HSB warten, die dann zzumindest einen Teil des Zuges wieder zu Tal befördern konnte. Etwa 50 weitere Personen, die sich auf dem Brocken aufhielten und vom stecken gebliebenen Zug abgeholt werden sollten, wurden schließlich mit dem Kleinbus des Brockenwirts nach und nach zu Tal gebracht, berichtete der MDR. Der Zugverkehr auf den Brocken wurde umgehend eingestellt. Am Mittwoch Vormittag wurde weiter versucht, die in der Schneewehe steckenden Waggons und die eingeschneite Lok 99 234 freizuschaufeln. Das war am Dienstag wegen des Sturms nicht gelungen.

Idyllisch, wenn der Schnee nicht zu hoch liegt: Ein HSB-Zug erreicht den Brocken. Archivbild: Jan Böttcher

Auf dem Brocken wurden am Dienstag zur Mittagszeit, als sich der Zug festfuhr, Windböen mit Spitzengeschwindigkeiten bis 126 km/h gemessen, die den über 80 Zentimeter hohen Schnee aufwirbelten und meterhoch über den Gleisen anhäuften. Der Deutsche Wetterdienst riet auch am Mittwoch von einem Besuch des Brocken ab. Die HSB informieren auf ihrer Website über aktuelle Fahrplanänderungen. Zwischen Schierke und Brocken sowie zwischen Eisfelder Talmühle und Hasselfelde ruhte auch am Mittwoch Nachmittag der Schienenverkehr. Die HSB entscheiden jeden Morgen über die Betriebslage. Wann angesichts weiterer Schneefälle der Zugbetrieb wieder aufgenommen werden kann, ist derzeit unklar.

Bilder vom eingeschneiten Zug auf der MDR-Website

Update 10.1.: Zug wird geborgen

Auch am Donnerstag (10.1.) war die Strecke zum Brocken, noch blockiert. Nach und nach werden die restlichen drei, in den Schneeverwehungen stecken gebliebenen Wagen des Zuges in Handarbeit frei geschaufelt und abtransportiert. Am Donnerstag früh steckten noch ein Waggon und die Dampflok fest. Um auch die Lok 99 234 bergen zu können, müssen zuerst Teile des Triebwerks entfernt werden, damit die Maschine durch gefrorenes Wasser in den Zylindern keinen Schaden nimmt. Wann der Betrieb zum Brocken wieder aufgenommen kann, ist noch völlig unklar.

Weitere Informationen und eine Bildstrecke finden sich bei der Braunschweiger Zeitung.

Update 11.1.: Lok 99 234 in der Werkstatt Wernigerode eingetroffen

Die Bergungsaktion im Brocken ist beendet, sowohl der letzte Wagen als auch die eingeschneite Lok 99 234 (99 7234) konnten mittlerweile aus den Schneemassen ausgegraben und nach Wernigerode überführt werden. Darüber berichtet der Norddeutsche Rundfunk auf seiner Website, dazu gibt es auch ein interessantes Video.

Der Zugverkehr im Harz ist infolge der Schneefälle weiterhin stark beeinträchtigt. So vermelden die HSB auf ihrer Website am 11. Januar: Aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen ist der Zugverkehr zwischen Schierke und Brocken, zwischen Eisfelder Talmühle und Drei Annen Hohne sowie Eisfelder Talmühle und Hasselfelde und zwischen Alexisbad und Stiege bis auf Weiteres eingestellt.