Vollmer hört Mitte 2014 auf

Der in den letzten Jahren schon geschrumpfte Markt an Gebäudemodellen der Baugröße G wird möglicherweise um ein Markensortiment ärmer: Die in Stuttgart-Zuffenhausen beheimatete Firma Vollmer kündigte an, zu Mitte des Jahres 2014 die Werkstore in der Porschestraße 25 zu schließen und den Geschäftsbetrieb ganz einzustellen. Das 1946 gegründete Unternehmen werde zwar noch einmal auf der Spielwarenmesse 2014 in Nürnberg auftreten, doch hat dies nur noch eine kurzfristige Bedeutung.

Wie Vollmer-Geschäftsführerin Susanne Vollmer gegenüber der Eisenbahn-Pressevereinigung Ferpress erklärte, habe auch Vollmer als kleiner mittelständischer Zubehöranbieter unter der allgemeinen Entwicklung zu leiden. „Wir sind in diesem Zusammenhang nach reiflicher Überlegung zum Fazit gekommen, dass es besser ist, rechtzeitig und geordnet aufzuhören und nicht länger auf eine ungewisse Zukunft des Unternehmens zu bauen,“ führte Susanne Vollmer aus.

Die Firma Vollmer führte über die Jahre hinweg auch ihr G-Gebäudeprogramm weiter, das so bekannte Modelle wie den stattlichen Bahnhof „Neuffen“ umfasst, obwohl in diesem Sortimentsbereich seit 2003 keine Neuheiten mehr vorgestellt wurden – mit einer Ausnahme: 2012 kündigte der Zubehörhersteller zur Spielwarenmesse die Stille-Nacht-Kapelle auch in der Baugröße G an, die dann knapp ein Jahr später auch in den Handel kam (Baubericht siehe Gartenbahn Profi 3/2013).

Ob das Vollmer G-Programm von einem anderen Unternehmen weitergeführt wird, davon ist angesichts der Flaute auf dem Gebäudesektor kaum auszugehen. Für den Groß- und Gartenbahner kann es daher nur einen Tipp geben: sich jetzt rechtzeitig noch nach Vollmer G-Gebäudebausätzen umzusehen, bevor es sie nicht mehr gibt. Die traditionelle Fabrikationsstätte in Zuffenhausen in direkter Nähe zu einem namhaften Sportwagenhersteller dürfte dagegen sicher Interessenten finden.

Vollmer ist in der Branche für seine eher solide, zurückhaltende Unternehmenspolitik bekannt, die sich stets den Marktverhältnissen angepasst hat. Insofern kommt die Nachricht von der Schließung nun überraschend, zumal erst am 23. Dezember im SWR-Fernsehen ein Beitrag über das Traditionsunternehmen gesendet wurde, Titel: „Miniwelten – ein Familienbetrieb für den Modellbau“. Der Beitrag ist noch kurze Zeit über die SWR-Mediathek abrufbar (zum Beitrag).