Mäuse für die DEV-Maus

Oder anders ausgedrückt: Die „Maus“ braucht Kohle, damit sie möglichst bald wieder fahren kann. Die „Maus“, das ist der T41 des DEV Bruchhausen-Vilsen, der älteste erhaltene Wismarer Schienenbus („Schweineschnäuzchen“) und einer der wenigen mit originalem Ford Benzinmotor. Und dieser Triebwagenmotor hat, nach über 80 Dienstjahren und trotz fachkundiger Pflege, nun seinen Geist aufgegeben.

T41 des DEV im Jahre 1996 nach seiner Aufarbeitung im Bf Bruchhausen-Vilsen, neben Lok Spreewald. Foto: H.-J. Gilbert

Wie der DEV in seiner Zeitschrift “Die Museumsbahn” mitteilt, haben sich zwei ohne Vorwarnung in ihre Bestandteile aufgelöst. Die Neuanfertigung der beiden Kolben und die Aufarbeitung des Zylinderkopfes bieten sich als die günstigste und langfristig sinnvollste Lösung an. Eine Fachwerkstatt rechnet mit Kosten von etwa 14.000 €. Geld, das der DEV derzeit für das betagte Schweineschnäuzchen nicht aufbringen kann, denn die Kassen des DEV sind infolge der Betriebseinschränkungen durch die COVID-19-Pandemie leerer als sonst. So müssen klare Prioritäten gesetzt werden. Und erste Priorität haben jene Fahrzeuge, die für den laufenden Betrieb gebraucht werden, des Weiteren die Fertigstellung angefangener Projekte. Da der T41 überwiegend zu Sonderfahrten eingesetzt wird, trifft dieses auf ihn nicht zu. So fährt der T41 vorerst nur als Modell weiter, im Jahre 2016 hatte LGB den Triebwagen-Evergreen in der Museumsbahnausführung als herausgebracht.

Spendenaufruf für den T41

Die unumgängliche Aufarbeitung des Motors kann mit einer kleinen oder größeren zweckgebundenen Spende beschleunigt werden. Der DEV hat daher ein Spendenkonto eingerichtet, und sobald genügend Geld eingegangen ist, kann die Instandsetzung des Motors in Auftrag gegeben werden. Nähere Informationen zum Spendenprojekt enthält auf der DEV-Website ein Flyer im PDF-Format.

DEV-Spendenkonto:
Deutscher Eisenbahn-Verein e.V., 27305 Bruchhausen-Vilsen
Kennwort: DEV-T 41-Spende
Kreissparkasse Syke
BIC : BRLADE21SYK
IBAN: DE62 2915 1700 1550 0085 59

Die Harz-Kamele helfen aus

HSB-Diesellok 199 872 im Bahnhof Silberhütte, Mitte August 2021. Foto: Jürgen Rech

Ob zweifach auf der Brockenstrecke oder einfach im Selketal und auf der Harzquerbahn, die drei Harzkamele der Baureihe 199.8 helfen derzeit nach Kräften bei den Harzer Schmalspurbahnen aus. Auf der Touristenstrecke von Wernigerode zum Brocken gleichen sie den akuten Mangel an Dampfloks aus, denn 99 234 wartet noch auf eine Verlängerung ihrer Kesselfrist und 99 247 sollte so bald als möglich ihre HU-Abnahme bestehen, damit sie wieder auf die Strecke kann. Das dritte Harz-Kamel ist derzeit im Umlauf des Zugpaares 8970/71 eingesetzt, verkehrt zwischen Harzgerode und Nordhausen und ersetzt hier eine Triebwagenleistung. Der Kurzzug besteht aus einem Harzkamel, einem zweiachsigen Gepäckwagen und einem siebenfenstrigen Plattformwagen – unser Bild zeigt die kurze, Gartenbahn geeignete Garnitur im Bahnhof Silberhütte im Selketal.

Die talabwärts führende Teilverbindung Harzgerode–Alexisbad leistet der lokbespannte Kurzzug übrigens ohne Umsetzen in Alexisbad: Die mit Rangierfunk ausgerüstete Lok wird von der Plattform des Personenwagens aus fernbedient, wenn der Zug von Harzgerode nach Alexisbad fährt – ein nicht alltäglicher Zugeinsatz. Ein viertes Kamel könnte die HSB übrigens auch einsetzen: Für das kurzfristig ausgefallene Fischstäbchen 187 013 werden seit 25. August vorübergehend acht Zugfahrten täglich im Schienenersatzverkehr durch Busse abgewickelt.

Verbrennungs-Triebwagen auf schmalen Spuren

Hubertus Mertes ist Lesern des Gartenbahn Profi durch seine vielseitigen Modellbauten ein Begriff. Ob Brücke, Lokschuppen oder – wie jüngst – der Bau eines amerikanischen Railbus’, seine Modellbauten beschreibt er akribisch wie verständlich. Nun hat der Hobby-Modellbahner ein Grundlagenwerk in Buchform geschaffen: die erste zusammenfassende Darstellung der mit Verbrennungsmotoren ausgerüsteten Triebwagen auf deutschen Schmalspurbahnen – zumindest auf jenen, die auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland liegen.

Aufgrund langjähriger Recherchen konnte eine Auflistung der Schmalspurbahnen und der dort eingesetzten Triebwagen erstellt werden. Ohne solche Triebwagen, die schon zu Vorkriegszeit zumindest einen Teil der Zugförderungen von den Dampfloks übernahmen, hätten viele Schmalspurbahnen schon viel früher den Betrieb einstellen müssen. Kurze Firmengeschichten der wichtigsten Hersteller sowie die Vorstellung typischer Triebfahrzeuge sollen dem Eisenbahnfreund und Modellbauer als Einstieg in das Thema Schmalspur-Triebwagen sowie als Anregung für eigene Bauvorhaben dienen. “Verleger Dirk Endisch hat dazu beigetragen, das Buch mit weiteren Fotos und zusätzlichen Informationen aufzupeppen, sodass wir beide mit dem Projekt rundum zufrieden sind”, schrieb uns Hubertus Mertes. Und so finden wir in seinem Buch weitaus mehr als Schweineschnäuzchen, den Fliegenden Spreewälder oder den Sylter Sattel-Triebwagen.

Das Buch ist ab sofort auch im Verlagsshop des Gartenbahn Profi erhältlich.