99 5906: Die allerletzten Fahrten

Nun heißt es, Abschied zu nehmen von 99 5906, der derzeit letzten aktiven Mallet-Lokomotive auf dem Schmalspurnetz im Harz. Wie in einem Blogeintrag im Februar bereits gemeldet, scheidet die vor 104 Jahren gebaute Lok zu Ende April aus dem Betriebsdienst der HSB aus. Im Mai 2022 sind noch verschiedene Sonderzugeinsätze vorgesehen, von denen einige Fahrten bereits ausverkauft sind. Unter anderen wird die Lokomotive den Traditionszug von Wernigerode zum Brocken bespannen und somit noch ein letztes Mal den höchsten Berg des Harzes erreichen. Außerdem sind mehrere Fahrten im Selketal vorgesehen. Hier ein von den Harzer Schmalspurbahnen zur Verfügung gestellter Überblick:

Donnerstag, 05. Mai Fotosonderfahrt von Nordhausen nach Wernigerode (HSB)
Freitag, 06. Mai Traditionszug von Wernigerode zum Brocken und zurück (HSB)
Samstag, 07. Mai Fotosonderfahrt von Wernigerode nach Gernrode (HSB) (ausverkauft)
Sonntag, 08. Mai Brockenfahrt Verein Freundeskreis Selketalbahn e. V. (ausverkauft)

Auch im fahrplanmäßigen Verkehr werden die HSB ihre 99 5906 noch ein letztes Mal fahren lassen. Am 13. und 14. Mai wird die Lok auf der Selketalbahn jeweils ganztägig anstelle eines Triebwagens eingesetzt, wobei es dann auch zu Begegnungen mit der ebenfalls planmäßig im Selketal fahrenden Harzballerina 99 6001 (Bj. 1939) kommen wird.

Freitag / Samstag,
13./14. Mai
Einsatz der 99 5906 im Regelzugbetrieb im Selketal (HSB) – Tickets gibt es vor Ort in der Verkaufsstelle
Sonntag, 15. Mai Sonderfahrt Verein IG der HSB e.V.  (ausverkauft)

Die aktuellen Fahrpläne für den Freitag, 13. und Samstag, 14. Mai, hat die HSB auf der Seite “Aktuelle Fahrplanänderungen” veröffentlicht.

Im Bücher-Shop des Gartenbahn Profi erhalten Sie zum Thema das Buch von Dirk Endisch: Die Mallet-Lokomotiven des Harzes (25 €).

 

Brockenbahn im Löscheinsatz

Wie wichtig die beiden Löschwasserwagen der Brockenbahn sind, erwies sich in dieser Woche bei einem Flächenbrand an der Ostseite des Brocken. Dort war am Dienstagnachmittag ein Feuer ausgebrochen und setzte eine Hangfläche von etwa einem Hektar in Brand.

Auch der NDR berichtete über den Brandeinsatz.

Während der mehrstündigen Löscharbeiten mussten aus Sicherheitsgründen zahlreiche, mit der Bahn angereiste Brockengäste sowie Wanderer auf dem Gipfel ausharren, weil das Feuer starken Rauch verursachte. Auch war der Zugbetrieb von und zum Brocken eingestellt, weil die unmittelbar an den Brandbereich angrenzende Bahn zum Transport von Löschwasser benötigt wurde. Mit den Zügen der Harzer Schmalspurbahnen wurden Einsatzkräfte, Material und das Löschwasser aus den in Drei Annen Hohne und im Brockenbahnhof stationierten Kesselwagen so nah wie möglich an das Feuer im Nationalpark Harz herangebracht. Erst am späten Abend konnten die Touristen in Kleinbussen vom Brocken heruntergefahren werden. Auch in Schierke saßen Fahrgäste wegen der Unterbrechung des Reisezugbetriebs fest.

Wie die Harzer Schmalspurbahnen am Mittwoch mitteilten, fahren die Züge inzwischen wieder zum höchsten Berg Norddeutschlands. Fahrzeuge der HSB sind bei dem Brand nicht beschädigt worden. Über die Brandursache ist noch nichts bekannt.

Abschiedsfahrten mit 99 5906

Die letzte aktive Mallet-Lok der HSB scheidet im Alter von 104 Jahren aus dem Dienst. Wie am 10. Februar in diesem Blog gemeldet, laufen für die Selketal-Mallet 99 5906 die Fristen ab. Im Mai schicken die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) mit der Lokomotive 99 5906 nun die derzeit letzte noch einsatzfähige Vertreterin mit mehreren Abschiedsfahrten in den Ruhestand. Das Unternehmen beabsichtigt jedoch die Reaktivierung einer anderen Lok dieser markanten Gattung zum Jubiläum „125 Jahre Harzquer- und Brockenbahn“ im Jahre 2024, voraussichtlich die 99 5902.

99 5901 und die nachgespannte 99 5906 in der Brockenschleife – das gibt es so wohl nie wieder zu sehen. Foto (2013): Jürgen Rech

Zum Abschied von 99 5906 veranstalten die HSB am 5. Mai eine Fotofahrt mit vielen Unterwegshalten auf der alten Stammstrecke der Maschine von Nordhausen nach Wernigerode. Einen Tag später wird die Lokomotive dann den Traditionszug von Wernigerode zum Brocken bespannen und somit noch ein letztes Mal den höchsten Berg des Harzes erreichen. Eine weitere Fotofahrt veranstalten die HSB am 7. Mai. Diesmal führt die Tour mit vielen Fotohalten von Wernigerode nach Gernrode. Und auch in den fahrplanmäßigen Verkehr wird das Unternehmen seine 99 5906 noch ein letztes Mal zurückkehren lassen. Am 13. und 14. Mai wird die Lok auf der Selketalbahn jeweils ganztägig anstelle eines Triebwagens eingesetzt, wobei es dann auch zu Begegnungen mit der ebenfalls planmäßig im Selketal fahrenden Dampflok 99 6001 (Bj. 1939) kommen wird.

Informationen und Tickets zu den von der HSB veranstalteten Abschiedsfahrten sind ab sofort bei den HSB unter www.hsbwr.de sowie telefonisch unter 03943/5580 erhältlich. Die beiden Vereine halten Informationen und Fahrkarten für ihre Sonderfahrten unter www.selketalbahn.de und www.ighsb.eu bereit. Weitere Details zu den geplanten Abschiedsfahrten halten die HSB auf ihrer Homepage unter diesem Link bereit.

Foto: Heide Baumgärtner (HSB)

Die im Jahre 1918 in Karlsruhe gebaute 99 5906 gehört mit ihren 104 Lebensjahren eigentlich noch zu den jüngeren Harzer Lokomotiven der Bauart
Mallet. Sie wurde 1920 durch die damalige NordhausenWernigeroder Eisenbahn (NWE) erworben. Sie
wird künftig als museales Exponat in dem von der IG Harzer Schmalspurbahnen e. V. (IG HSB) betreuten Lokschuppen des Bahnhofs Hasselfelde zu sehen sein.

 

Was die Dampfloks im Harz in Zukunft antreiben könnte

HSB-Foto: Olaf Haensch

Was verfeuern die Heizer der Harzer Schmalspurbahnen in der Zukunft ihren Dampfloks? Kann eines Tages Wasserstoff statt Steinkohle die Treibstangen in Bewegung bringen? Nach wie vor sind die kohlegefeuerten Dampflokomotiven der HSB zum einen wichtiges Traktionsmittel für die jährlich rund 1,1 Millionen Fahrgäste, zum anderen touristisches Aushängeschild für die gesamte Harzregion. Wie der Betrieb mit den beliebten Lokomotiven auch zukünftig aufrechterhalten werden kann, falls der benötigte Brennstoff Kohle aufgrund des politisch in vielen Bereichen angestrebten Kohleausstiegs einmal nicht mehr verfügbar sein sollte, damit befasste sich eine vom Landkreis Nordhausen initiierte und von der HSB mit finanzieller Unterstützung des Freistaats Thüringen bei der Hochschule Nordhausen beauftragte Machbarkeitsstudie. “Bietet die Verwendung von Wasserstoff oder anderen Brennstoffen eine Alternative zur verfeuerten Kohle?”, lautete die Grundfragestellung.

Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Verwendung erneuerbarer Brennstoffe wurden nun am 24. Februar in den Räumen der Hochschule Nordhausen offiziell vorgestellt. Weiterlesen

Harz-Mallet 99 5906: neues Modell, Original wird abgestellt

Das wird Harz-Gartenbahner erfreuen: Modelbouw Boerman hat als Neuheit 2022 ein detailgetreues Kunststoffmodell der sogenannten Selketal-Mallet 99 5906 angekündigt. Es wird eine komplette Neukonstruktion des niederländischen Modellbauspezialisten, der bislang mit regelspurigen Güterwagen sowie Rollbockfahrzeugen für die HSB am Markt ist und bislang die Mallet-Modelle von TrainLine verfeinert hat.

HSB-Mallet 99 5906 scheidet im April aus dem Betrieb. Foto: J. Rech

Bis allerdings das neu 1:22,5-Modell von Boerman auf den Gleisen steht, wird das Original nicht mehr fahren. Wie jetzt bekannt wurde, scheidet die HSB-Mallet 99 5906 Mitte April wegen ablaufender Kesselfrist aus dem aktiven Betriebsdienst aus. Sie soll nach Hasselfelde als Ersatz für die dort hinterstellte Brockenlok 99 7244 kommen, die ihrerseits nun eine neuerliche Hauptuntersuchung (HU) erhalten wird, übrigens die erste in der neuen, gläsernen Werkstätte der HSB. Ob in dieser Werkstätte jemals wieder eine Mallet aufgearbeitet wird? Mit dem Ausscheiden der 99 5906 ist dann keine einzige Mallet im Harz mehr einsatzfähig, denn die drei Schwesterloks 99 5901, 5902 und 5903 sind bereits ohne Fristen bis auf Weiteres abgestellt – die 99 5903 bereits seit 22 Jahren. Wer also die 99 5906 noch einmal in Betrieb erleben möchte, hat inzwischen schlechte Karten: Die Lok zählt bereits zur Einsatzreserve und wird nur noch zu Abschiedssonderfahrten unterwegs sein.

Das Boerman-Modell ist übrigens zunächst in der Epoche IV-Ausführung der DR vorgesehen, also mit EDV-Nummer als 99 5906-5. Die epochegerechte, korrekte Modellumsetzung des nunmehr aus dem Betrieb scheidenden HSB-Originals der Epoche VI wird noch etwas auf sich warten lassen.

LGB stellt die Neuheiten 2022 vor: Harzer Schlepptriebwagen T3

Heute hat auch das Haus Märklin und somit die Marke LGB offiziell den Schleier von seinem Neuheitenpaket 2022 gelüftet. Allerdings werden die Neuheiten der High-End-Serie der nicht alle LGB-Freunde überraschen, denn bei Events in den vergangenen Monaten wurden schon die eine und andere Lokomotive ausgestellt. So waren bei der Historik Mobil im August 2021 im Bertsdorfer Lokschuppen Modell der sächsischen IM und der späteren Ausführung als DR-Lok 99.16 zu sehen, und letztere ziert das Titelblatt des jetzt veröffentlichen LGB Neuheitenkatalogs 2022.

Langjährigen Lesern des Gartenbahn Profi wird die sogenannte „Sachsen-Fairlie“ nicht ganz unbekannt vorkommen, denn in der Ausgabe 4/2005 stellten wir in einem fünfseitigen Beitrag den Eigenbau als 99 162 vor. Drei Lokomotiven gab es von dieser Baureihe, LGB macht außer dem überdachten Sachsen-Ausführung IM die DR 99 161 als Messingmodell. Ebenfalls in der Highend-Serie wird nun das farbig schillernde RhB-Krokodil erscheinen, das zum 100. Geburtstag dieser Lokbaureihe bei einem Event im September in Landquart angekündigt wurde (GBP 6/2020).

Im regulären Kunststoff-Programm überrascht LGB die Freunde der Harzer Schmalspurbahnen mit dem Schlepptriebwagen T3, zunächst in Beschriftung der NWE (Nordhausen–Wernigeroder Eisenbahn), wie er auch zuletzt als historisches Fahrzeug im Betrieb gestanden hat. Das derzeit  abgestellte Fahrzeug kam zuletzt nur im Sonderverkehr zum Einsatz. Der T3 ist übrigens 2021 als Neuheit von Fine Models in der Produktreihe Kiss Modellbahnen als Neuheit angekündigt worden, sodass Großbahner nun zwischen Kunststoff und Messing wählen können. Fine Models/Kiss hat die Auslieferung für den August 2022 terminiert, und neben dem T3 NWE sind auch die DR-Varianten VT 137 566 und 187 025-2 vorgesehen. LGB bringt zunächst den letzten Einsatzzustand als T3 NWE.

Der Neuheitenprospekt 2022 wird auf der LGB-Website als PDF zum Download (oder hier klicken) angeboten. Nicht angeführt ist darin übrigens der Capricorn der RhB, der bei LGB zwar in der Pipeline ist – aber dafür gibt es ja noch die Jahreszeiten-Neuheiten, und mit der Auslieferung dieses Triebzugs bei LGB ist wohl ohnehin erst in 2023 zu rechnen.

Was RhB-Modellbahner freuen wird, die den begehrten Bärenlandwagen verpasst haben: Er wird wieder aufgelegt, kündigt der Katalog an. Wieder zu haben ist auch die Ballenberg-Zahnrad-Dampflok HG 3/3, für die drei Wagen der Brüning Dampfbahn in Epoche VI-Ausführung angeboten werden.

Die Harz-Kamele helfen aus

HSB-Diesellok 199 872 im Bahnhof Silberhütte, Mitte August 2021. Foto: Jürgen Rech

Ob zweifach auf der Brockenstrecke oder einfach im Selketal und auf der Harzquerbahn, die drei Harzkamele der Baureihe 199.8 helfen derzeit nach Kräften bei den Harzer Schmalspurbahnen aus. Auf der Touristenstrecke von Wernigerode zum Brocken gleichen sie den akuten Mangel an Dampfloks aus, denn 99 234 wartet noch auf eine Verlängerung ihrer Kesselfrist und 99 247 sollte so bald als möglich ihre HU-Abnahme bestehen, damit sie wieder auf die Strecke kann. Das dritte Harz-Kamel ist derzeit im Umlauf des Zugpaares 8970/71 eingesetzt, verkehrt zwischen Harzgerode und Nordhausen und ersetzt hier eine Triebwagenleistung. Der Kurzzug besteht aus einem Harzkamel, einem zweiachsigen Gepäckwagen und einem siebenfenstrigen Plattformwagen – unser Bild zeigt die kurze, Gartenbahn geeignete Garnitur im Bahnhof Silberhütte im Selketal.

Die talabwärts führende Teilverbindung Harzgerode–Alexisbad leistet der lokbespannte Kurzzug übrigens ohne Umsetzen in Alexisbad: Die mit Rangierfunk ausgerüstete Lok wird von der Plattform des Personenwagens aus fernbedient, wenn der Zug von Harzgerode nach Alexisbad fährt – ein nicht alltäglicher Zugeinsatz. Ein viertes Kamel könnte die HSB übrigens auch einsetzen: Für das kurzfristig ausgefallene Fischstäbchen 187 013 werden seit 25. August vorübergehend acht Zugfahrten täglich im Schienenersatzverkehr durch Busse abgewickelt.

HSB-Cabrio – ohne Fahrräder

Premierenfahrt des kurzen HSB Schienencabrios. Foto: © HSB

Der ehemalige Fahrradwagen der HSB ist wieder auf den Gleisen. Allerdings dient das zweiachsige Fahrzeug nicht mehr dem Transport von Drahteseln oder E-Bikes, sondern dem Transport von Fahrgästen an der frischen Luft. Als kurzes Schienencabrio ist er nun im Selketal unterwegs. Geblieben ist der mittige Einstiegsbereich, doch wo einst Fahrräder eingehängt werden konnten, sind nun Sitze und Sitzbänke aufgestellt. Bis Oktober setzt das Harzer Bahnunternehmen den für seine neue Verwendung geringfügig umgebauten Wagen täglich bei den Dampfzugfahrten ein. Der kurze Cabriowagen war  schon 2020 fertig umgebaut, doch kam er wegen der Betriebseinschränkungen in der Corona-Pandemie nicht zum Einsatz und erhielt erst in diesem Jahr seine Zulassung.

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Wieder Dampf im Selketal

Freude auch im Südharz: Symbolischer Abfahrtsauftrag für die Lokmannschaft (v.l.n.r.: Jens Ehrhardt, Christian Schmidt) des ersten Dampfzuges im Bahnhof Nordhausen Nord nach achtmonatiger Unterbrechung durch Nordhausens Bürgermeisterin Jutta Krauth, Marcel Hardrath (Landkreis Nordhausen) und HSB-Geschäftsführer Matthias Wagener (v.l.n.r.)

Der durch Corona über Monate hinweg lahmgelegte Betrieb mit historischen Dampfzügen im Harz normalisiert sich zusehends. Mit Beginn des Juli fahren die Dampfzüge der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) wieder durch das Selketal und vom thüringischen Nordhausen aus zum Brocken. Pünktlich um 7:36 Uhr startete nach insgesamt 241-tägiger Corona-Pause der erste Dampfzug in Gernrode. Kurze Zeit später begrüßten ihn dann im Bahnhof Alexisbad Harzgerodes Bürgermeister Marcus Weise sowie HSB-Geschäftsführer Matthias Wagener persönlich. Nur knapp zwei Stunden später setzte sich um 10:33 Uhr nach achtmonatiger Unterbrechung auch im thüringischen Nordhausen wieder der erste mit Dampflok bespannte Reisezug in Bewegung. Bei seiner Abfahrt in Richtung Brocken waren Nordhausens Bürgermeisterin Jutta Krauth sowie seitens des Landkreises Nordhausen Marcel Hardrath und Christian Schelauske anwesend. Und nun wartet man auf stabiles Schönwetter und Fahrgäste, die sich an die Corona-Regeln halten.

Wieder Züge zum Brocken

Endlich. Seit Mittwoch, 9. Juni, wehen wieder die Rauchfahnen über dem Brocken. Die ersten Dampfzüge sind unterwegs, zwar noch mit Einschränkungen, aber sie erreichen nach langer Zwangspause das Gipfelplateau im Harz in 1.141 Metern Höhe. Pünktlich um 10:36 Uhr lief am Mittwoch der erste fahrplanmäßige Dampfzug nach 219 Tagen coronabedingter Unterbrechung in den Brockenbahnhof ein. Am 1. November des vergangenen Jahres war hier der bislang letzte Reisezug abgefahren. Fahrplanmäßiger Zugbetrieb fand auf dem 140 Kilometer langen Netz der HSB seitdem ausschließlich mit Triebwagen zwischen Wernigerode und Schierke sowie im thüringischen Südharz zwischen Nordhausen und Ilfeld statt.

Der erste Zug erreicht nach 219 Tagen Zwangspause den Brockenbahnhof. Foto: Heide Baumgärtner/HSB
Der erste Zug erreicht nach 219 Tagen Zwangspause den Brockenbahnhof.
Foto: Heide Baumgärtner/HSB

Bereits im Frühjahr 2020 war der Verkehr auf dem Großteil des Streckennetzes einschließlich des Brockens schon einmal an 62 Tagen pandemiebedingt eingestellt und alle Dampfloks außer Betrieb. Von Wernigerode aus fahren nun erst einmal wieder vier Dampfzüge auf den höchsten Harzgipfel, zwei weitere starten in Drei Annen Hohne. Die Ausgabe von Tickets für Bergfahrten ist limitiert. Sie können entweder vorab online oder am Reisetag in den Verkaufsstellen der Bahnhöfe Wernigerode Hauptbahnhof, Wernigerode Westerntor, Drei Annen Hohne und Schierke erworben werden. Die übrigen Zustiegsmöglichkeiten für Brockenfahrten in Wernigerode Hochschule Harz, Wernigerode–Hasserode und Steinerne Renne entfallen bis auf Weiteres.

Nach ebenfalls 219-tägiger Unterbrechung rollt der Zugverkehr nun wieder durchgehend auf der gesamten Harzquerbahn sowie auf der Selketalbahn. Auf beiden Strecken kommen vorerst allerdings nur Triebwagen in einem eingeschränkten Fahrplan zum Einsatz. Der Dampfzug von Nordhausen zum Brocken und zurück wird vorerst noch nicht verkehren.