Eine bundesweite Einmaligkeit

Einer der letzten Züge auf der alten Mandaubrücke, 4. März 2022. Auch künftig kreuzt hier die Zittauer Schmalspurbahn hoch über dem Fluss die Straße. Alle Fotos: Wolfgang Thum

Die Zittauer Schmalspurbahn erlebt derzeit einen echten Inselbetrieb, denn mit seit dem Abriss der alten Mandaubrücke ist die über Bertsdorf nach Oybin bzw. Jonsdorf führende Bimmelbahn vom Hauptbahnhof Zittau abgeschnitten. Seither ist der Verzweigungsbahnhof Bertsdorf der Betriebsmittelpunkt der Bahn, dort sind die Lokomotiven der SOEG vorübergehend beheimatet. Die Gleisanlagen vor dem alten Lokschuppen mussten eigens dazu instandgesetzt werden, damit sie für das tägliche Befahren mit einer VII K-Dampflok wieder gerüstet waren. Und weil in Bertsdorf weitere Gleisanlagen benötigt werden, wurde schon im Oktober 2021 das Abstellgleis 4 im Bahnhof Bertsdorf geräumt und die Fahrzeuge des Interessenverbandes der Zittauer Schmalspurbahnen e.V. nach Zittau überführt.

Der Lokschuppen in Bertsdorf dient als vorübergehende Ersatzheimat der VII K.

Doch das Ende dieses Inselbetriebs ist absehbar. Die Züge ins Zittauer Gebirge starten voraussichtlich nur noch bis Ende Juni erst ab Zittau Vorstadt und verkehren nach einem Ersatzfahrplan. Ab Juli sollen zumindest die Züge im langsamen Fahrbetrieb wieder über die neue Mandaubrücke fahren können. Und die ist, wie das Vorgängerbauwerk, eine bundesweite Einmaligkeit. Denn mitten auf der Straßenbrücke, die über das Flüsschen Mandau führt, quert die Schmalspurbahn die Zittauer Südstraße – und das Queren ist wörtlich zu nehmen. Den Baufortschritt Anfang Mai zeigt unsere kleine Bildergalerie (zum besseren Betrachten die Fotos anklicken).

Als Prinz-Friedrich-August-Brücke Ende des 19. Jahrhunderts errichtet, war das Bauwerk längst der Beanspruchung durch den Straßenverkehr nicht mehr gewachsen. Schon seit Jahren war die Brücke nur noch eingeschränkt nutzbar. Die Schmalspurbahn durfte sie aber noch queren. Und während bereits im Eiltempo die neue Brücke mit vielen Fertigbauteilen schon ihre Rohbauform angenommen hat, liegen bereits die stählernen Brückenträger der Gleistrasse.

Die gut vier Monate dauernde Streckenunterbrechung wird auch dazu genützt, zwischen Zittau Bahnhof und Zittau Haltepunkt die Gleistrasse zu sanieren und neue Holzschwellen zu verlegen. Die Zittauer Schmalspurbahn führt übrigens ein Bautagebuch, das man hier einsehen kann und das sich nicht nur der Brücke widmet. (thu/gil)

Es wird Sommer bei LGB…

Es gibt Sommerneuheiten auch bei LGB. Am heutigen Mittwoch (geplant um 13 Uhr, wie unsere Meldung) veröffentlichte Märklin für seine Marken weitere Produktneuheiten 2022. Im LGB-Programm werden insbesondere die Freunde der sächsischen Schmalspur bedacht. Die letztjährige Formneuheit der VII K (eigentlich Baureihe 99.73-76) wird von Zittau nach Oberwiesenthal ins Fichtelgebirge versetzt und erhält die Betriebsnummer 99 1741-0. Dabei handelt es sich nicht nur um eine Beschriftungsvariante, sondern um eine formgeänderte Variante, denn die Show-Nieten der 99 731 (Erläuterung siehe GBP 2/2022) trägt das Lokmodell der Fichtelbergbahn korrekterweise nicht. Passend zu dieser Lokvariante bringt LGB auch zwei Reko-Personenwagen, einmal mit Tonnendach und einmal mit sächsischer Dachform; dazu gibt es den vierachsigen Cabriowagen, alle mit dem Logo der Fichtelbergbahn beschriftet.

Für die RhB-Bahner kommt der vierachsige Schiebewandwagen mit neutralen silbergrauen Seitenwänden als Haik-v 5103 ins Programm.

Weitere Infos – auch mit Video – gibt es auf der LGB-Homepage hier.

125 Jahre Fichtelbergbahn: Jubiläumstage im August

Übrigens feiert die Fichtelbergbahn Cranzahl–Oberwiesenthal in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen, wohl ein Anlass für die Wahl der LGB-Sommerneuheiten. Für die Tage vom 12. bis 14. August sind daher Jubiläumsveranstaltungen vorgesehen, unter anderem mit Sonderzugverkehren, Werkstattführungen und Teilnahme der Gastlok VI K 99 713 der Sächsischen Dampfeisenbahn Gesellschaft SDG. Speziell der Freitag, 12. August, ist als Fototag vorgesehen. Es verkehrt ein Fotosonderzug mit IV Lok 99 608; Anmeldung erforderlich unter info@fichtelbergbahn.de. Eine Reportage über den Betrieb der Fichtelbergbahn finden GBP-Leser unter dem Titel “Höhenzüge” in der Ausgabe 6/2015 auf den Seiten 12–17.

99 5906: Die allerletzten Fahrten

Nun heißt es, Abschied zu nehmen von 99 5906, der derzeit letzten aktiven Mallet-Lokomotive auf dem Schmalspurnetz im Harz. Wie in einem Blogeintrag im Februar bereits gemeldet, scheidet die vor 104 Jahren gebaute Lok zu Ende April aus dem Betriebsdienst der HSB aus. Im Mai 2022 sind noch verschiedene Sonderzugeinsätze vorgesehen, von denen einige Fahrten bereits ausverkauft sind. Unter anderen wird die Lokomotive den Traditionszug von Wernigerode zum Brocken bespannen und somit noch ein letztes Mal den höchsten Berg des Harzes erreichen. Außerdem sind mehrere Fahrten im Selketal vorgesehen. Hier ein von den Harzer Schmalspurbahnen zur Verfügung gestellter Überblick:

Donnerstag, 05. Mai Fotosonderfahrt von Nordhausen nach Wernigerode (HSB)
Freitag, 06. Mai Traditionszug von Wernigerode zum Brocken und zurück (HSB)
Samstag, 07. Mai Fotosonderfahrt von Wernigerode nach Gernrode (HSB) (ausverkauft)
Sonntag, 08. Mai Brockenfahrt Verein Freundeskreis Selketalbahn e. V. (ausverkauft)

Auch im fahrplanmäßigen Verkehr werden die HSB ihre 99 5906 noch ein letztes Mal fahren lassen. Am 13. und 14. Mai wird die Lok auf der Selketalbahn jeweils ganztägig anstelle eines Triebwagens eingesetzt, wobei es dann auch zu Begegnungen mit der ebenfalls planmäßig im Selketal fahrenden Harzballerina 99 6001 (Bj. 1939) kommen wird.

Freitag / Samstag,
13./14. Mai
Einsatz der 99 5906 im Regelzugbetrieb im Selketal (HSB) – Tickets gibt es vor Ort in der Verkaufsstelle
Sonntag, 15. Mai Sonderfahrt Verein IG der HSB e.V.  (ausverkauft)

Die aktuellen Fahrpläne für den Freitag, 13. und Samstag, 14. Mai, hat die HSB auf der Seite “Aktuelle Fahrplanänderungen” veröffentlicht.

Im Bücher-Shop des Gartenbahn Profi erhalten Sie zum Thema das Buch von Dirk Endisch: Die Mallet-Lokomotiven des Harzes (25 €).

 

Brockenbahn im Löscheinsatz

Wie wichtig die beiden Löschwasserwagen der Brockenbahn sind, erwies sich in dieser Woche bei einem Flächenbrand an der Ostseite des Brocken. Dort war am Dienstagnachmittag ein Feuer ausgebrochen und setzte eine Hangfläche von etwa einem Hektar in Brand.

Auch der NDR berichtete über den Brandeinsatz.

Während der mehrstündigen Löscharbeiten mussten aus Sicherheitsgründen zahlreiche, mit der Bahn angereiste Brockengäste sowie Wanderer auf dem Gipfel ausharren, weil das Feuer starken Rauch verursachte. Auch war der Zugbetrieb von und zum Brocken eingestellt, weil die unmittelbar an den Brandbereich angrenzende Bahn zum Transport von Löschwasser benötigt wurde. Mit den Zügen der Harzer Schmalspurbahnen wurden Einsatzkräfte, Material und das Löschwasser aus den in Drei Annen Hohne und im Brockenbahnhof stationierten Kesselwagen so nah wie möglich an das Feuer im Nationalpark Harz herangebracht. Erst am späten Abend konnten die Touristen in Kleinbussen vom Brocken heruntergefahren werden. Auch in Schierke saßen Fahrgäste wegen der Unterbrechung des Reisezugbetriebs fest.

Wie die Harzer Schmalspurbahnen am Mittwoch mitteilten, fahren die Züge inzwischen wieder zum höchsten Berg Norddeutschlands. Fahrzeuge der HSB sind bei dem Brand nicht beschädigt worden. Über die Brandursache ist noch nichts bekannt.

Abschiedsfahrten mit 99 5906

Die letzte aktive Mallet-Lok der HSB scheidet im Alter von 104 Jahren aus dem Dienst. Wie am 10. Februar in diesem Blog gemeldet, laufen für die Selketal-Mallet 99 5906 die Fristen ab. Im Mai schicken die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) mit der Lokomotive 99 5906 nun die derzeit letzte noch einsatzfähige Vertreterin mit mehreren Abschiedsfahrten in den Ruhestand. Das Unternehmen beabsichtigt jedoch die Reaktivierung einer anderen Lok dieser markanten Gattung zum Jubiläum „125 Jahre Harzquer- und Brockenbahn“ im Jahre 2024, voraussichtlich die 99 5902.

99 5901 und die nachgespannte 99 5906 in der Brockenschleife – das gibt es so wohl nie wieder zu sehen. Foto (2013): Jürgen Rech

Zum Abschied von 99 5906 veranstalten die HSB am 5. Mai eine Fotofahrt mit vielen Unterwegshalten auf der alten Stammstrecke der Maschine von Nordhausen nach Wernigerode. Einen Tag später wird die Lokomotive dann den Traditionszug von Wernigerode zum Brocken bespannen und somit noch ein letztes Mal den höchsten Berg des Harzes erreichen. Eine weitere Fotofahrt veranstalten die HSB am 7. Mai. Diesmal führt die Tour mit vielen Fotohalten von Wernigerode nach Gernrode. Und auch in den fahrplanmäßigen Verkehr wird das Unternehmen seine 99 5906 noch ein letztes Mal zurückkehren lassen. Am 13. und 14. Mai wird die Lok auf der Selketalbahn jeweils ganztägig anstelle eines Triebwagens eingesetzt, wobei es dann auch zu Begegnungen mit der ebenfalls planmäßig im Selketal fahrenden Dampflok 99 6001 (Bj. 1939) kommen wird.

Informationen und Tickets zu den von der HSB veranstalteten Abschiedsfahrten sind ab sofort bei den HSB unter www.hsbwr.de sowie telefonisch unter 03943/5580 erhältlich. Die beiden Vereine halten Informationen und Fahrkarten für ihre Sonderfahrten unter www.selketalbahn.de und www.ighsb.eu bereit. Weitere Details zu den geplanten Abschiedsfahrten halten die HSB auf ihrer Homepage unter diesem Link bereit.

Foto: Heide Baumgärtner (HSB)

Die im Jahre 1918 in Karlsruhe gebaute 99 5906 gehört mit ihren 104 Lebensjahren eigentlich noch zu den jüngeren Harzer Lokomotiven der Bauart
Mallet. Sie wurde 1920 durch die damalige NordhausenWernigeroder Eisenbahn (NWE) erworben. Sie
wird künftig als museales Exponat in dem von der IG Harzer Schmalspurbahnen e. V. (IG HSB) betreuten Lokschuppen des Bahnhofs Hasselfelde zu sehen sein.

 

Was die Dampfloks im Harz in Zukunft antreiben könnte

HSB-Foto: Olaf Haensch

Was verfeuern die Heizer der Harzer Schmalspurbahnen in der Zukunft ihren Dampfloks? Kann eines Tages Wasserstoff statt Steinkohle die Treibstangen in Bewegung bringen? Nach wie vor sind die kohlegefeuerten Dampflokomotiven der HSB zum einen wichtiges Traktionsmittel für die jährlich rund 1,1 Millionen Fahrgäste, zum anderen touristisches Aushängeschild für die gesamte Harzregion. Wie der Betrieb mit den beliebten Lokomotiven auch zukünftig aufrechterhalten werden kann, falls der benötigte Brennstoff Kohle aufgrund des politisch in vielen Bereichen angestrebten Kohleausstiegs einmal nicht mehr verfügbar sein sollte, damit befasste sich eine vom Landkreis Nordhausen initiierte und von der HSB mit finanzieller Unterstützung des Freistaats Thüringen bei der Hochschule Nordhausen beauftragte Machbarkeitsstudie. “Bietet die Verwendung von Wasserstoff oder anderen Brennstoffen eine Alternative zur verfeuerten Kohle?”, lautete die Grundfragestellung.

Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Verwendung erneuerbarer Brennstoffe wurden nun am 24. Februar in den Räumen der Hochschule Nordhausen offiziell vorgestellt. Weiterlesen

Harz-Mallet 99 5906: neues Modell, Original wird abgestellt

Das wird Harz-Gartenbahner erfreuen: Modelbouw Boerman hat als Neuheit 2022 ein detailgetreues Kunststoffmodell der sogenannten Selketal-Mallet 99 5906 angekündigt. Es wird eine komplette Neukonstruktion des niederländischen Modellbauspezialisten, der bislang mit regelspurigen Güterwagen sowie Rollbockfahrzeugen für die HSB am Markt ist und bislang die Mallet-Modelle von TrainLine verfeinert hat.

HSB-Mallet 99 5906 scheidet im April aus dem Betrieb. Foto: J. Rech

Bis allerdings das neu 1:22,5-Modell von Boerman auf den Gleisen steht, wird das Original nicht mehr fahren. Wie jetzt bekannt wurde, scheidet die HSB-Mallet 99 5906 Mitte April wegen ablaufender Kesselfrist aus dem aktiven Betriebsdienst aus. Sie soll nach Hasselfelde als Ersatz für die dort hinterstellte Brockenlok 99 7244 kommen, die ihrerseits nun eine neuerliche Hauptuntersuchung (HU) erhalten wird, übrigens die erste in der neuen, gläsernen Werkstätte der HSB. Ob in dieser Werkstätte jemals wieder eine Mallet aufgearbeitet wird? Mit dem Ausscheiden der 99 5906 ist dann keine einzige Mallet im Harz mehr einsatzfähig, denn die drei Schwesterloks 99 5901, 5902 und 5903 sind bereits ohne Fristen bis auf Weiteres abgestellt – die 99 5903 bereits seit 22 Jahren. Wer also die 99 5906 noch einmal in Betrieb erleben möchte, hat inzwischen schlechte Karten: Die Lok zählt bereits zur Einsatzreserve und wird nur noch zu Abschiedssonderfahrten unterwegs sein.

Das Boerman-Modell ist übrigens zunächst in der Epoche IV-Ausführung der DR vorgesehen, also mit EDV-Nummer als 99 5906-5. Die epochegerechte, korrekte Modellumsetzung des nunmehr aus dem Betrieb scheidenden HSB-Originals der Epoche VI wird noch etwas auf sich warten lassen.

LGB-Herbst ’21: Felix Austria

Nach Jahren des Darbens gibt es im LGB-Programm wieder Neues für Österreich-Gartenbahner. Nein, nicht grundlegend Neues, zumindest aber Runderneuertes, passend zur Zillertalbahn. Kern-Herbstneuheit ist die Reihe U, als Vorbild wurde die im Jahre 1900 gebaute U2 der Zillertalbahn, die zwischen Jenbach und Mayrhofen in Tirol verkehrt, ausgewählt. LGB spricht von einem „völlig überarbeiteten Modell“ mit neuen Lampen, ergänzten Kesselanbauten und angesetzten, geätzten Lokschildern. Ausgerüstet wird der LGB-Klassiker mit einem mfx/DCC-Decoder mit vielen digital abrufbaren und schaltbaren Funktionen sowie einem Rauchentwickler mit Rad-synchronem Dampfausstoß. Das Fahrgeräusch und zwei per Reedkontakte auslösbare Sounds sind auch im Analogbetrieb funktionsfähig. Dazu werden zwei passend gemäß Epoche VI dekorierte Plattformwagen angeboten, ergänzt durch den bekannten Weinfasswagen, der aus neuer Produktion auch wieder zu haben ist.

Ein wirklich mal neues Österreich-Modell stellt der Gartenbahn Profi in der nächsten Ausgabe 6/2021 vor, das zunächst als Eigenbau unseres Autors Walter Stramitzer im Garten rollt. Er hat sich der Uh (ÖBB Reihe 498) angenommen, dem kleinen Bullen für Österreich.

Ferner finden sich unter den LGB-Herbstneuheiten Farb- und Bedruckungsvarianten aus dem Modellangebot für RhB- und US-Bahnen, so die Fourney-Dampflok als Nr. 9 der Wiscasset Waterville & Farmington Railway, wie sie heute auf der Museumsbahn im Osten der USA eingesetzt wird, samt passend dekorierten Holz-Plattformwagen. Der Neuheitenprospekt ist auf der LGB-Internetseite downloadbar.

Pullman: Tm 2/2 111–120 RhB

ESU kündigt in seiner Pullman-Modellreihe als Herbstneuheit 2021 Modelle der RhB-Traktoren Tm 2/2 111 – 120 der Nenngröße 2m an. Die von Schöma gebauten Traktoren stellte die Rhätische Bahn zwischen 2001 und 2004 als Tm 2/2 mit den Betriebsnummern 111 bis 120 in Dienst. Da die Fahrzeuge ab Nummer 115 mit einem stärkeren Motor und einer größeren Kühlanlage ausgestattet sind, weisen sie eine etwas größere Gesamtlänge auf als die vier zuerst gebauten 111–114. ESU wird die Unterschiede nachbilden und hat insgesamt fünf verschiedene Modelle in Vorbereitung: mit den Betriebsnummern 111 und 114 zwei kurze Fahrzeuge (336 mm), und mit 115, 116 und 119 zwei lange (346 mm) Ausführungen. Die als Messing und Druckguss hergestellten Traktorenmodelle stellen alle die Epoche VI-Ausführungen dar. Der eingebaute LokSound 5 XL Decoder steuert alle Fahr-, Sound- und Lichtfunktionen. Außerdem verfügen die Modelle über einen eingebauten Rauchgenerator mit Dampfausstoß synchron zum LokSound. Alle Modellversionen verfügen über beidseitig eingebaute, digital schaltbare Rangierkupplungen. Die Auslieferung ist noch für das vierte Quartal 2021 geplant, der UVP beträgt 1995 €.

Diese Traktoren-Baureihe hat bislang bereits Ed‘s GartenBahn aus Kleinserienfertigung mit Gehäuse aus 3D-Druck im Angebot, ausgestattet mit Fahrdecoder ab knapp 1100 Euro erhältlich, zuzüglich Zubehör. Auch hier werden die Längenunterschiede berücksichtigt. Der Gartenbahn Profi stellte das Traktormodell Tm 2/2 120 in seiner Ausgabe 6/2016 auf den Seiten 20–25 vor. Die Rangiertraktoren der RhB in Vorbildern und Modellen waren Themen in den GBP-Ausgaben 3/2020 (S. 12–18) und 4/2020 (S. 68–74).

Die Harz-Kamele helfen aus

HSB-Diesellok 199 872 im Bahnhof Silberhütte, Mitte August 2021. Foto: Jürgen Rech

Ob zweifach auf der Brockenstrecke oder einfach im Selketal und auf der Harzquerbahn, die drei Harzkamele der Baureihe 199.8 helfen derzeit nach Kräften bei den Harzer Schmalspurbahnen aus. Auf der Touristenstrecke von Wernigerode zum Brocken gleichen sie den akuten Mangel an Dampfloks aus, denn 99 234 wartet noch auf eine Verlängerung ihrer Kesselfrist und 99 247 sollte so bald als möglich ihre HU-Abnahme bestehen, damit sie wieder auf die Strecke kann. Das dritte Harz-Kamel ist derzeit im Umlauf des Zugpaares 8970/71 eingesetzt, verkehrt zwischen Harzgerode und Nordhausen und ersetzt hier eine Triebwagenleistung. Der Kurzzug besteht aus einem Harzkamel, einem zweiachsigen Gepäckwagen und einem siebenfenstrigen Plattformwagen – unser Bild zeigt die kurze, Gartenbahn geeignete Garnitur im Bahnhof Silberhütte im Selketal.

Die talabwärts führende Teilverbindung Harzgerode–Alexisbad leistet der lokbespannte Kurzzug übrigens ohne Umsetzen in Alexisbad: Die mit Rangierfunk ausgerüstete Lok wird von der Plattform des Personenwagens aus fernbedient, wenn der Zug von Harzgerode nach Alexisbad fährt – ein nicht alltäglicher Zugeinsatz. Ein viertes Kamel könnte die HSB übrigens auch einsetzen: Für das kurzfristig ausgefallene Fischstäbchen 187 013 werden seit 25. August vorübergehend acht Zugfahrten täglich im Schienenersatzverkehr durch Busse abgewickelt.