Piko: Rollout der BR 64

Bei Piko ist es seit Jahren Tradition, die Vorstellung der jeweiligen Jahres-Hauptneuheit des G-Produktsegments mit einem „Rollout“ zu verbinden. Am Dienstag, 22. Oktober, hatte das Sonneberger Unternehmen zur Dampfbahn Fränkische Schweiz (DFS) nach Ebermannstadt eingeladen – nicht ohne Grund: Dort fährt das große Vorbild der jetzt als G-Modell auslieferbereiten Dampflok der Baureihe 64, genannt „Bubikopf“ (siehe auch Beiträge in der aktuellen GBP-Ausgabe 6/2013).

Piko-Chef Dr. Wilfer präsentierte das Modell der BR 64 vor dem Original in Ebermannstadt

Piko-Chef Dr. Wilfer präsentierte das G-Modell der BR 64 vor dem Original in Ebermannstadt.

Museale Vorbildlok wie das Piko G-Modell tragen die Betriebsnummer 64 491, wobei Piko allerdings eine Beschriftung in der DB-Epoche 3 der 1950er und 1960er Jahre gewählt hat und das Modell mit genieteten Wasserkästen darstellt. Anfang November wird die inzwischen neunte G-Lok von Piko bei den Händlern stehen. Unser Testmodell der BR 64 konnten wir direkt aus Ebermannstadt mitnehmen – es wird heute digitalisiert und fotografiert und geht ab Donnerstag in den Testbetrieb. Lauffähig ist es ab Radius R1 (600 mm), doch wer es voll ausrüsten will mit ungekürzten Trittstufen am Führerstand sowie langen Kolbenschutzrohren, benötigt einen größeren Radius als R1.

Das G-Modell der BR 64 von Piko auf der Pufferbohle des großen Vorbilds

Das G-Modell der BR 64 von Piko auf der Pufferbohle des großen Vorbilds

Das G-Modell der BR 64 ist das erste, das Piko mit einem kugelgelagerten 7-poligen Bühlermotor ausrüstet. Das für 450 € (UVP) angebotene Dampflokmodell ist ferner mit kugelgelagerten Treibradsätzen und Edelstahl-Radreifen ausgerüstet, es verfügt auch über einen zuschaltbaren Rauchgenerator sowie als Schmankerl eine Triebwerksbeleuchtung. Zwei Haftreifen und eine ausgewogene Ballastierung sollen dem Modell eine hohe Zugkraft verleihen, damit brauche sich der G-Bubikopf nicht hinter dem überarbeiteten und sehr zugkräftigen Modell des Piko-Krokodils (Ausführung Mittelweserbahn, siehe GBP 5/13) verstecken, verriet uns der zuständige Piko-Konstrukteur im Gespräch während des Rollouts. Wir werden es ausprobieren.

Piko-Chef Dr. René F. Wilfer berichtete anlässlich des Rollouts auch, dass Piko mit Volldampf das Gartenbahngeschäft ausbaue. Der Produktbereich G liege mit einem Umsatzplus von 20 Prozent zu Ende September über dem Vorjahresergebnis. Nun hoffe man, mit der ab Anfang November verfügbaren BR 64 im Weihnachtsgeschäft gut mitmischen zu können.

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Scheinausfahrt aus dem Bahnhof Behringersmühle. Fotos: gil

Das Rollout verlief jedenfalls nach Maß: Sonnenschein in der Frankischen Schweiz begleitete die von der DFS bestens durchgeführte Dampfzugsonderfahrt nach Beringersmühle, wo die Lok umsetzte und nun Schornstein voraus wieder zurück nach Ebermannstadt dampfte. Für die Fotografen gab es hier eine Scheinausfahrt – einen Eindruck davon geben wir mit dem obigen Foto wieder. Mehr über das Vorbild der BR 64 lesen Sie in der aktuellen GBP-Ausgabe 6/13, den Test des Piko-Modells veröffentlichen wir in der Ausgabe 1/14. Für die Digitalisierung verwenden wir diesmal den neuen LokPilot 4.0 von ESU.

 

 

MWB-Krokodil wieder in Österreich

Piko-Krokodil G im Farbkleid der ehemaligen Mittelweserbahn, die heute zur EVB gehört. Das Vorbild kehrt nun nach Österreich zurück.

Piko-Krokodil G im Farbkleid der ehemaligen Mittelweserbahn, die heute zur EVB gehört. Das Vorbild kehrt nun nach Österreich zurück.

Das Vorbild des jüngst von Piko in G ausgelieferten Krokodil-Modells der früher eigenständigen MWB Mittelweserbahn – die inzwischen zur EVB-Gruppe Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser gehört – kehrt wieder in den aktiven Dienst zurück. Die seit Frühjahr 2012 wegen Fristablaufs abgestellte Güterzuglok 1020.41, welche einige Jahre lang auch im Schubdienst auf der Spessartrampe eingesetzt war und vor allem durch diesen Einsatz weithin bekannt wurde, hat mit der SLB Salzburger Lokalbahn einen neuen Eigner gefunden. Das im Jahre 1943 von AEG gebaute Krokodil mit der ersten DR-Betriebsnummer E 94 103 besitzt Zulassungen für Deutschland und Österreich. Die SLB plant nun, den wieder als E 94 bezeichneten Oldtimer künftig wieder bei Bedarfs- und Ersatzzügen auf die Strecke zu schicken. Das Aussehen der zuletzt in den blau-gelben MWB-Farben lackierten Lokomotive dürfte sich daher bald ändern.

Piko: Neuer G-Gleisradius R7

Piko erweitert sein Gleisprogramm um einen neuen Radius: Wie schon zur Spielwarenmesse 2013 angekündigt, ergänzt der zusätzliche Radius R7 das Angebot an 45-mm-Gleismaterial für G-Modell- und Gartenbahnen. Vor allem die Nachfrage des amerikanischen Marktes hatte Piko nach eigenen Angaben bewogen, die 2007 vorgestellte Grundgeometrie nach oben hin zu erweitern. Im Laufe des Oktober sollen nun mit einem Weichenpaar R7 und vorgebogenen Gleiselementen die entprechenden R7-Gleisteile in den Handel kommen.

Piko R7-Weiche

Mit den Oktober-Neuheiten bringt Piko den G-Radius R7 (1565 mm) auf den Markt , hier die R7-Linksweiche mit 7,5°-Ergänzung

Die Radien-Bezeichnung mag für LGB-Kunden allerdings verwirrend sein, denn bis auf den Radius R1 entsprechen sich die Radien von LGB und Piko nicht. Der ergänzende neue Piko-Radius R7 beträgt ca. 1565 Milllimeter und liegt somit zwischen den LGB-Radien R3 (ca. 1198 mm) und LGB R5 (ca. 2318 mm). Die festen Piko-Gleisbögen sind als 15° und 7,5°-Elemente erhältlich. Den Weichen mit geradem Stammgleis von 600 mm Länge liegt je ein 7,5°-Bogenelement  bei, das bei Bedarf angesteckt werden kann, um einen 22,5° Abzweig zu bilden.

Ausgeliefert werden die Weichen mit Handantrieb, zur Nachrüstung passen die üblichen Elektroantriebe. Die neuen Weichen werden übrigens jetzt ab Werk mit Edelstahlschrauben und nicht mehr mit verzinkten Stahlschrauben ausgerüstet, kündigte Piko vor kurzem auf Nachfrage des Gartenbahn Profi an (siehe Heft 5/13, Neuheiten, Vorgestellt + ausgeliefert). Auch die Schrauben der anderen Weichen werden in diesem Herbst auf das neue Material umgestellt. Die Preisempfehlung für die Piko R7-Weiche liegt bei 89 €.

Piko wächst – auch baulich

Piko feierte Ricjtfest für ein neues Hochregallager.

Piko feierte Richtfest für ein neues Hochregallager.

Der thüringische Modellbahnhersteller Piko konnte jetzt Richtfest für ein neues Lagergebäude am Standort Sonneberg feiern, mit dessen Bau im Mai begonnen wurde. Die bauliche Erweiterung begleitet bildhaft die Geschäftsentwicklung bei Piko, die weiterhin auf Wachstum ausgerichtet ist, wozu der sich „erfreulich entwickelnde“ Geschäftsbereich mit Gartenbahn-Modelle beitrage. Im Zuge des Richtfests teilte der geschäftsführende Gesellschafter von Piko, Dr. René F. Wilfer, auch mit, dass das Gesamtgeschäft in den ersten 7 Monaten 2013 im Inland ein Plus von 15 % gegenüber dem Vorjahr aufweise. Besonders der US-Markt bereite dem Unternehmen Freude, da man hier einen Zuwachs von 30 % gegenüber 2012 erarbeiten konnte. Insgesamt habe man die ersten 7 Monate mit einem Plus von knapp 10 % abschließen können. Die Vielzahl an Neuheiten, die für den H0, TT und N-Bereich im Piko-Werk in Chashan entwickelt und gefertigt sowie entsprechende Gartenbahn-Modelle, die komplett in Sonneberg produziert werden, stehen für die kommenden Monate zur Auslieferung an und lassen Piko für das zweite Halbjahr auf eine weitere positive Entwicklung hoffen, teilte das Unternehmen mit. Insofern ist man bei Piko zuversichtlich, das hoch gesteckte Ziel für das Jahr 2013 mit einem Plus gegenüber Vorjahr von knapp 10 % erreichen zu können.

Prototyp der BR 64 aus fertigen Formteilen; Farbgebung des Fahrwerks und Ausführung des Gestänges entsprechen hier noch nicht der geplanten Serienausführung.

Prototyp der BR 64 aus fertigen Formteilen; Farbgebung des Fahrwerks und Ausführung des Gestänges entsprechen hier noch nicht der geplanten Serienausführung.

Piko wird im Oktober die Palette der Gartenbahn-Modelle um die Baureihe 64 aufstocken. Das Modell dürfte zur Leipziger Messe Modell-Hobby-Spiel schon produktionsreif sein, es wird als zunächst einziges G-Modell mit einem Bühler-Motor ausgestattet. Näheres dazu in der neuen GBP-Ausgabe 5/2013, die ab Donnerstag im Abo ausgeliefert wird. Diese Ausgabe stellt auch den überarbeiteten Antrieb des Krokodils E94 vor, diesmal im Kleid der Mittelweserbahn-Lok als Reihe 1020. Das Modell legte bei ausgiebigen Fahrtests eine überragende Zugkraft an den Tag – 10 Schnellzugwagen auf einer 3,5 prozentigen Rampe machten der Lok nicht zu schaffen. Dazu werden wir in Kürze ein kleines Video auf der GBP-Homepage einstellen.

Hitze: Zwei E-Loks im Stresstest

Temperaturen zwischen 30 und knapp 40 Grad (am vergangenen Freitag), die Sonne brannte dieser Tage gnadenlos auf den Niederrhein herab. Und natürlich auf die Gleise der Testanlage, auf der gegenwärtig die vom Märklin-Service nachgebesserte E 10 von LGB und die E 94 von Piko mit neuem Antrieb ihre Runden drehen. Mal gemächlich, mal schnell, mal mit nur zwei und auch mit bis zu zehn vierachsigen Schnellzugwagen im Schlepp (bei der E94 !) müssen die beiden Testkandidaten diesmal einen echten Sommer-Stresstest absolvieren.

Kurze Pause zur Abkühlung: Bei großer Hitze und längeren Zügen wird es der E10 schnell zu warm.

Kurze Pause zur Abkühlung: Bei großer Hitze und längeren Zügen wird es der E10 schnell zu warm.

Überraschungen bleiben dabei nicht aus: Nachdem vergangene Woche schon ein brandneuer Dekoder nach zwei Betriebstagen unter heißer Sonne den Dienst quittiert hatte und nun beim Hersteller untersucht wird, gehen heute Abend für die beiden Elloks die Testfahrten zu Ende. Dann wollen wir mal nachsehen, welche Spuren die Belastungsfahrten an der E10 hinterlassen haben, die seit der Überarbeitung bei Märklin nun wesentlich schneller fährt und deutlich mehr zieht. Wie sich aber herausstellt, werden dabei die stehend eingebauten Motoren recht heiß – und bei sommerlichen Temperaturen gönnt sich die E10 daher immer wieder mal eine kleine Auszeit, um abzukühlen. Eindeutig, kurze Züge sind ihr lieber, dann fährt sie ohne Pausen durch, zügig und ruckelfrei.

Wo ist der Kontaktstift geblieben? Auch hier hat die Belastungsfahrt bei sommerlicher Hitze Spuren hinterlassen.

Wo ist der Kontaktstift geblieben? Auch am neuen Antrieb der E94 hat die extreme Belastungsfahrt bei sommerlicher Hitze Spuren hinterlassen. Nur noch ganz schwach schimmert der Draht unter dem Kunststoff hindurch. Das ließ sich schnell beheben.

Als wahre Zugnummer entpuppte sich die überarbeitete E94 von Piko, die wir in der neuesten Ausführung als Krokodil der Mittelweserbahn zum Test erhalten haben. Zehn Schnellzugwagen im annehmbaren Tempo über eine 3,5 prozentige Rampe aus einer Geraden und einem R5-Gleisbogen ohne zu Schleudern zu schleppen, das soll diesem Kraftprotz erst mal eine andere Lok nachmachen. Der extreme Belastungstest bei ca. 30 Grad Außentemperatur im Schatten hinterließ aber auch hier seine Spuren, denn es wurde offenbar eine Zuleitung zum Motor so warm, dass sich der Kontaktdraht in Kunststoff hüllte (siehe gelbe Markierung im Bild) und die Stromabnahme vom Kontaktblech beeinträchtigte. Das passierte übrigens zeitgleich an beiden Drehgestellen.

Mehr zu den beiden hochsommerlichen Belastungstests lesen Sie in der kommenden GBP-Ausgabe 5/2013, die unsere Abonnenten schon ab 22. August in den Händen halten können. Darin stellen wir auch eine dritte Lokneuheit vor: den RhB-Triebzug Be 4/4 als Kleinserienmodell von Eds Gartenbahn aus den Niederlanden. Der harte Belastungstest blieb dem Vorortpendelzug allerdings erspart.

Bei dieser Gelegenheit die Frage an unsere Leser: Welche außergewöhnlichen Erfahrungen haben Sie beim Fahren in der Sommerhitze gemacht? Wo machen sich konstruktive Schwachstellen bemerkbar, was hat sich besonders bewährt? Schreiben uns ein paar Zeilen an leser [at] gartenbahnprofi.de. Wir sind gespannt auf Ihre Erlebnisse und Erfahrungen.