Längster Zug: RhB plant Guinness-Weltrekord

Höher, weiter, schneller – wer hier was zu bieten hat, das niemand anderer überbieten kann, der hat gute Chancen für einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde. Und einen solchen Eintrag will jetzt auch die Rhätische Bahn erreichen: Mit dem längsten Zug der Welt will die RhB weltweit bekannt werden. Am 29. Oktober soll der Rekordversuch glücken. Ein 1910 Meter langer Zug wird dann über den Unesco-Welterbe-Streckenabschnitt von Preda bis Bergün fahren, auch weiter über Filisur und das Landwasser-Viadukt. Nicht weniger als 100 Waggons stehen für das Vorhaben zur Verfügung, begünstigt durch den Umstand, dass die RhB derzeit ihren Fahrzeugbestand erneuert. Doch nicht mit Altmaterial wird der Versuch unternommen, sondern mit 25 Flügeltriebzügen des modernsten, vierteiligen Typs „Capricorn“ soll der Weltrekordversuch gelingen.

Auf gut Glück will man sich bei der RhB nicht verlassen, dass ein solch langer Zug den Berg schon herunterkommen werde. Einige Testfahrten wurden bereits unternommen, um mögliche Problemfelder zu erkennen und zu lösen. Da ist zum einen das Problemfeld Bremsen, aber vor allem die ausreichende Stromversorgung. Es dürfe nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Strom fließen, wird der Technische Versuchsleiter der RhB, Peter Klima, zitiert. Mit dem in der Nacht zum Mittwoch, 11. Mai, erfolgten dritten Test habe man das gute Gefühl, alles im Griff zu haben, damit Ende Oktober die Albula-Region vom der Welt längsten Reisezug erleuchtet wird. Wer Glück hatte, konnte die schier endlose Lichterkette schon jetzt bei den Versuchsfahrten beobachten. Glücken muss die Fahrt auf jeden Fall am 29. Oktober. „Wir erhoffen uns Bilder, die um die Welt gehen“, wird RhB-Direktor Renato Fasciati zum Weltrekordversuch in der Schweizer Tagespresse vom 11. Mai zitiert.

Die Aktion steht auch im Zusammenhang mit dem 175-jährigen Bahnjubiläum in der Schweiz. Am 9. August 1847 nahm mit der „Spanisch Brötli-Bahn“ zwischen Zürich und Baden die erste Schweizer Bahnstrecke ihren Betrieb auf.

Es wird Sommer bei LGB…

Es gibt Sommerneuheiten auch bei LGB. Am heutigen Mittwoch (geplant um 13 Uhr, wie unsere Meldung) veröffentlichte Märklin für seine Marken weitere Produktneuheiten 2022. Im LGB-Programm werden insbesondere die Freunde der sächsischen Schmalspur bedacht. Die letztjährige Formneuheit der VII K (eigentlich Baureihe 99.73-76) wird von Zittau nach Oberwiesenthal ins Fichtelgebirge versetzt und erhält die Betriebsnummer 99 1741-0. Dabei handelt es sich nicht nur um eine Beschriftungsvariante, sondern um eine formgeänderte Variante, denn die Show-Nieten der 99 731 (Erläuterung siehe GBP 2/2022) trägt das Lokmodell der Fichtelbergbahn korrekterweise nicht. Passend zu dieser Lokvariante bringt LGB auch zwei Reko-Personenwagen, einmal mit Tonnendach und einmal mit sächsischer Dachform; dazu gibt es den vierachsigen Cabriowagen, alle mit dem Logo der Fichtelbergbahn beschriftet.

Für die RhB-Bahner kommt der vierachsige Schiebewandwagen mit neutralen silbergrauen Seitenwänden als Haik-v 5103 ins Programm.

Weitere Infos – auch mit Video – gibt es auf der LGB-Homepage hier.

125 Jahre Fichtelbergbahn: Jubiläumstage im August

Übrigens feiert die Fichtelbergbahn Cranzahl–Oberwiesenthal in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen, wohl ein Anlass für die Wahl der LGB-Sommerneuheiten. Für die Tage vom 12. bis 14. August sind daher Jubiläumsveranstaltungen vorgesehen, unter anderem mit Sonderzugverkehren, Werkstattführungen und Teilnahme der Gastlok VI K 99 713 der Sächsischen Dampfeisenbahn Gesellschaft SDG. Speziell der Freitag, 12. August, ist als Fototag vorgesehen. Es verkehrt ein Fotosonderzug mit IV Lok 99 608; Anmeldung erforderlich unter info@fichtelbergbahn.de. Eine Reportage über den Betrieb der Fichtelbergbahn finden GBP-Leser unter dem Titel “Höhenzüge” in der Ausgabe 6/2015 auf den Seiten 12–17.

Massoth ist wieder voll online

Wenn etwas fehlt oder nur eingeschränkt verfügbar ist, dann lernt man seinen Nutzen erst richtig zu schätzen. Etwa den Online-Service von Massoth. “In den vergangenen Wochen und Monaten gab es größere technische Umstellungen im Bereich der Web- und FTP-Server. Diese Umbaumaßnahmen konnten in der vergangenen Woche endgültig abgeschlossen werden, die Website der Massoth Elektronik GmbH ist wieder unter der bekannten Adresse www.massoth.de erreichbar”, teilte uns Firmenchef Daniel Massoth nun mit. Und damit das auch sichtbar wird, gibt es für Nutzer die Empfehlung, den Browsercache zu leeren, damit es zu keinen temporären Ladefehlern kommt und die Seite komplett auf dem aktuellen Stand geladen wird.

Für die kommenden Tage und Wochen sind auf der Massoth-Website noch weitere Aktualisierungen und Änderungen vorgesehen. So folgt in den nächsten Tagen unter anderem auch eine Aktualisierung der Massoth Service Tools. Der Umzug des Updateservers für das Massoth Service Tool konnte übrigens bereits ohne technische Schwierigkeiten durchgeführt werden.

Und für alle, die nicht online gehen: Die telefonische Hotline ist wieder zu den gewohnten Zeiten erreichbar, dienstags von 13 bis 15 Uhr und donnerstags von 9 bis 11 Uhr unter der Rufnummer +49 (0)6151-35077-38.

Endspurt zur Massoth-Umfrage

Besonders an langen Sommerabenden lassen sich Gartenbahnen mit Lichteffekten bestens inszenieren. Und mit einer intelligenten Lichtsteuerung gelingt das noch viel besser. Massoth entwickelt zurzeit ein neues Steuermodul für LED-Beleuchtungen und möchte an den Entwicklungszielen seine Kunden beteiligen – über einen Fragebogen. Wer sich daran noch nicht beteiligt hat, kann das noch bis Samstag, 30. April nachholen.

LED-Steuermodul von Massoth

Das neue LED-Steuermodul mit 16 Kanälen ist sowohl analog als auch digital nutzbar und bietet die Möglichkeit sehr unterschiedliche Beleuchtungsprogramme ablaufen zu lassen, zum Beispiel für Baustellenbeleuchtung, Häuser, Bahnsteige, usw. Die Fragen, die Massoth an seine Kunden stellt: “Welche Funktionen des LED-Steuermoduls würden Sie sich wünschen und wofür würden Sie es gerne nutzen auf Ihrer Anlage?” Dazu wurde ein kurzer Fragebogen vorbereitet. Als Dankeschön erhalten alle Teilnehmer der Umfrage einen exklusiven Discount-Gutschein
für diese Neuheit. Zum Fragebogen geht’s nur noch bis 30. April hier.

Die Teilnahme ist bis zum 30.04.2022 möglich, anschließend geht das Modul in die Fertigung und soll bis Juli ausgeliefert sein. Das abgebildete Produkt zeigt bereits ein Serienmuster.

LGB stellt die Neuheiten 2022 vor: Harzer Schlepptriebwagen T3

Heute hat auch das Haus Märklin und somit die Marke LGB offiziell den Schleier von seinem Neuheitenpaket 2022 gelüftet. Allerdings werden die Neuheiten der High-End-Serie der nicht alle LGB-Freunde überraschen, denn bei Events in den vergangenen Monaten wurden schon die eine und andere Lokomotive ausgestellt. So waren bei der Historik Mobil im August 2021 im Bertsdorfer Lokschuppen Modell der sächsischen IM und der späteren Ausführung als DR-Lok 99.16 zu sehen, und letztere ziert das Titelblatt des jetzt veröffentlichen LGB Neuheitenkatalogs 2022.

Langjährigen Lesern des Gartenbahn Profi wird die sogenannte „Sachsen-Fairlie“ nicht ganz unbekannt vorkommen, denn in der Ausgabe 4/2005 stellten wir in einem fünfseitigen Beitrag den Eigenbau als 99 162 vor. Drei Lokomotiven gab es von dieser Baureihe, LGB macht außer dem überdachten Sachsen-Ausführung IM die DR 99 161 als Messingmodell. Ebenfalls in der Highend-Serie wird nun das farbig schillernde RhB-Krokodil erscheinen, das zum 100. Geburtstag dieser Lokbaureihe bei einem Event im September in Landquart angekündigt wurde (GBP 6/2020).

Im regulären Kunststoff-Programm überrascht LGB die Freunde der Harzer Schmalspurbahnen mit dem Schlepptriebwagen T3, zunächst in Beschriftung der NWE (Nordhausen–Wernigeroder Eisenbahn), wie er auch zuletzt als historisches Fahrzeug im Betrieb gestanden hat. Das derzeit  abgestellte Fahrzeug kam zuletzt nur im Sonderverkehr zum Einsatz. Der T3 ist übrigens 2021 als Neuheit von Fine Models in der Produktreihe Kiss Modellbahnen als Neuheit angekündigt worden, sodass Großbahner nun zwischen Kunststoff und Messing wählen können. Fine Models/Kiss hat die Auslieferung für den August 2022 terminiert, und neben dem T3 NWE sind auch die DR-Varianten VT 137 566 und 187 025-2 vorgesehen. LGB bringt zunächst den letzten Einsatzzustand als T3 NWE.

Der Neuheitenprospekt 2022 wird auf der LGB-Website als PDF zum Download (oder hier klicken) angeboten. Nicht angeführt ist darin übrigens der Capricorn der RhB, der bei LGB zwar in der Pipeline ist – aber dafür gibt es ja noch die Jahreszeiten-Neuheiten, und mit der Auslieferung dieses Triebzugs bei LGB ist wohl ohnehin erst in 2023 zu rechnen.

Was RhB-Modellbahner freuen wird, die den begehrten Bärenlandwagen verpasst haben: Er wird wieder aufgelegt, kündigt der Katalog an. Wieder zu haben ist auch die Ballenberg-Zahnrad-Dampflok HG 3/3, für die drei Wagen der Brüning Dampfbahn in Epoche VI-Ausführung angeboten werden.

Neues Entkuppler-Problem

Als LGB das Modell der orangefarbenen HSB-Diesellok V 10C im Frühjahr 2020 als Formneuheit auslieferte, sorgte die kleine Rangierdiesel gleich für eine Überraschung: Man konnte ohne Nacharbeiten den Rundkesselverdampfer und die automatischen Entkuppler von Massoth einfach einbauen und anschließen. Dies wurde und wird bis heute von Märklin/LGB nicht publiziert und war auch zum damaligen Zeitpunkt bei Massoth nicht bekannt. Das sorgte dann schon bald für Probleme bei der DCC-Programmierung der beiden Funktionsausgänge des mfx-Lokdecoders, um die Entkuppler auch über entsprechende F-Tasten des Steuergerätes zu betreiben.

Eine Anfrage des Redaktionsteams bei LGB führte zu einem Programmiervorschlag, der – im Vertrauen auf eine fachkundige Auskunft – im GBP 4/2020 veröffentlicht wurde. Er brachte allerdings nicht das gewünschte Ergebnis. Erst aufgrund von Hinweisen engagierter Leser und deren zutreffenden Programmierschritten wurde mit Unterstützung von Massoth ein funktionierender Programmiervorschlag erarbeitet und im GBP 1/2021 veröffentlicht. Aus vielen positiven Feedbacks war zu entnehmen, dass es damit nun auch ohne die CS3 von MLGB mit jeder der mehrheitlich eingesetzten DCC-Zentralen verschiedener Hersteller möglich wurde, die Entkuppler mit dem in der Lok verbauten mfx/DCC-Decoder in Betrieb zu nehmen.

Dies ist nun bei den in neuerer Zeit ausgelieferten Modellen der V10C offensichtlich nicht mehr der Fall. Mehrere betroffene GBP-Leser haben nach Montage der Entkuppler und Programmierung der beiden Steckplätze AUX4 und AUX5 nach unserem Vorschlag festgestellt, dass die Kupplungshaken nach Betätigung der F-Taste nach unten und ohne Verzug gleich wieder nach oben fahren. Durch diese Fehlfunktion ist ein Entkuppeln nahezu unmöglich geworden. Die GBP-Redaktion vermutet, dass die Ursache in einer geänderten Programmierung des Lokdecoders zu suchen ist. Dies wurde inzwischen von den Entwicklungsingenieuren der Firma Massoth bestätigt. Von dort kam die Information, dass man versuchen wolle, zusammen mit den Technikern bei LGB die Ursache zu finden. Neue Programmierhinweise werden wir auch in diesem Blog veröffentlichen, sobald sie vorliegen und erprobt sind. (BS)

LGB-Herbst ’21: Felix Austria

Nach Jahren des Darbens gibt es im LGB-Programm wieder Neues für Österreich-Gartenbahner. Nein, nicht grundlegend Neues, zumindest aber Runderneuertes, passend zur Zillertalbahn. Kern-Herbstneuheit ist die Reihe U, als Vorbild wurde die im Jahre 1900 gebaute U2 der Zillertalbahn, die zwischen Jenbach und Mayrhofen in Tirol verkehrt, ausgewählt. LGB spricht von einem „völlig überarbeiteten Modell“ mit neuen Lampen, ergänzten Kesselanbauten und angesetzten, geätzten Lokschildern. Ausgerüstet wird der LGB-Klassiker mit einem mfx/DCC-Decoder mit vielen digital abrufbaren und schaltbaren Funktionen sowie einem Rauchentwickler mit Rad-synchronem Dampfausstoß. Das Fahrgeräusch und zwei per Reedkontakte auslösbare Sounds sind auch im Analogbetrieb funktionsfähig. Dazu werden zwei passend gemäß Epoche VI dekorierte Plattformwagen angeboten, ergänzt durch den bekannten Weinfasswagen, der aus neuer Produktion auch wieder zu haben ist.

Ein wirklich mal neues Österreich-Modell stellt der Gartenbahn Profi in der nächsten Ausgabe 6/2021 vor, das zunächst als Eigenbau unseres Autors Walter Stramitzer im Garten rollt. Er hat sich der Uh (ÖBB Reihe 498) angenommen, dem kleinen Bullen für Österreich.

Ferner finden sich unter den LGB-Herbstneuheiten Farb- und Bedruckungsvarianten aus dem Modellangebot für RhB- und US-Bahnen, so die Fourney-Dampflok als Nr. 9 der Wiscasset Waterville & Farmington Railway, wie sie heute auf der Museumsbahn im Osten der USA eingesetzt wird, samt passend dekorierten Holz-Plattformwagen. Der Neuheitenprospekt ist auf der LGB-Internetseite downloadbar.

Black & White: Eine Diesellok zeigt zwei Gisichter

Da rollt etwas Besonderes auf die Modellbahnfreunde zu: Erstmals gibt es ein Vorbild einer Lokomotive und entsprechende Modelle, auf denen die Logos der beiden Modellbahn-Hersteller Märklin und Piko abgebildet sind. Zur Präsentation trafen sich der Geschäftsführer von Märklin, Wolfrad Bächle, sowie Piko-Inhaber Dr. René F. Wilfer in Cottbus auf dem Gelände der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH (FZI). Als Werbepartner unterstützten beide Modellbahnhersteller das FZI-Projekt zur Aufarbeitung der Diesellok 218 497-6. Sie gehört einer Baureihe an, die über Jahrzehnte das Bild auf den Gleisen der DB und später der DB AG prägte. Das Vorbild symbolisiert in seiner außergewöhnlichen Farbgestaltung die Geschichte des FZI in Cottbus, von der Dampflokaufarbeitung bis hin zur ICE-Wartung in der Zukunft. Die Sonderlackierung ist das Ergebnis eines Kreativwettbewerbs unter den Mitarbeitern des FZI gewesen: Dampflokzeit – schwarz, moderne ICE-Zeit hellgrau mit rotem Band.
Märklin und Piko werden Modelle dieser schwarz-weiß designten BR 218 in verschiedenen Nenngrößen anbieten, von der Spur Z (Märklin) über N (Minitrix) bis H0 (Märklin und Piko). Das Spur G-Modell wird von Piko gefertigt, es soll ab Ende September zum Preis von 450 € zur Auslieferung kommen.

Piko: Flutopfer-Hilfsaktion erbrachte 124 000 Euro

Für nur 30 € konnten Modellbahner in einer Blitz-Aktion von Piko einen H0-Güterwagen erwerben, der Nettoerlös kommt Opfern der Flutkatastrophe zugute. Piko verkaufte binnen weniger Tage 4920 H0-Wagen, sodass Piko-Inhaber Dr. René F. Wilfer am 23. Juli den stolzen Spendenbetrag von netto 124. 000  € verkünden konnte: Je 50. 000 € werden an die Regionen Ahrweiler und Erfttal sowie 24.000 € ins Berchtesgadener Land überwiesen.

Piko dankt allen Modellbahnern, die mit dem Kauf des Wagens oder mehrerer Wagen eine Spende zur Linderung der immensen Schäden leisten. Nicht nur aus ganz Deutschland, aus Holland, Österreich, Italien, Dänemark und Polen, auch aus Ländern, die weit entfernt sind, wie Chile, kamen unterstützende Bestellungen. Man sei “total überwältigt von der enormen positiven Resonanz, die Piko für seine Hilfsaktion erhalten hat”, teilte das Sonneberger Unternehmen mit.

Hauptsache Sommerneuheit

Wir zitieren mal aus den Neuheiten-Spalten der Ausgabe Gartenbahn Profi Nr. 6/2019:
Die jüngste Historik Mobil nahm Märklin zum Anlass, für das LGB-Programm eine weitere neue Dampflok für das Sachen-Programm anzukündigen: auf die VI K wird die VII K folgen, ein Modell, das vor Jahren einmal von Regner als Echtdampf-Bausatz hergestellt wurde.” Ein Neuheiten-Projekt, in kleiner Runde verkündet, aber offiziell nicht bestätigt. Doch die Frage war nicht, ob sie tatsächlich kommen wird, die VII K. Die Frage war nur, wann diese Neuheit offiziell bekannt gemacht wird. 2019 jedenfalls nicht mehr, zur Spielwarenmesse 2020 auch nicht. Jetzt, kurz vor Christi Himmelfahrt, dem sogenannten “Vatertag”, hat LGB die Katze endlich aus dem Sack gelassen und mit den Sommerneuheiten 2021 das Modell der sogenannten sächsischen VII K angekündigt, korrekt als Baureihe 99.73 – 76 bezeichnet. Es handelt sich um die 99 731 der Zittauer Schmalspurbahnen, und begleitet wird das Modell von zwei passend beschrifteten Reko-Personenwagen, einzeln erhältlich. Das Modell des Fünfkupplers besitzt ein R1-taugliches Gelenkfahrwerk, das von zwei Bühlermotoren angetrieben wird. Eine Sommerneuheit, die sicherlich alle Sachsen-Gartenbahner erfreuen wird, zumal der Fünfkuppler mit knapp 1600 Euro UVP in bekannter, digitalisierter Ausführung deutlich unter dem Preisniveau des Harz-Fünfkupplers liegen wird. Einen Liefertermin hat Hersteller Märklin noch nicht benannt. Der komplette Sommerneuheiten-Prospekt ist bei LGB als PDF zu beziehen.

Erwartete Sommerneuheit: die als sächsische VII K bekannte Baureihe 99.73-76. Foto: LGB
Erwartete Sommerneuheit: die als sächsische VII K bekannte Baureihe 99.73-76. Foto: LGB

Eine schöne Vatertagsüberraschung, aber eine VII K darf man sicherlich im deutschen LGB-Programm als Jahres-Hauptneuheit bezeichnen, die Bezeichnung Sommerneuheit scheint da eher untertrieben. Eine Hauptneuheit, die nun leider nicht im Neuheitenkatalog 2021 vertreten ist, wir werden sie in diesem Druckwerk wohl erst 2022 gelistet finden. Wer also bislang treu Jahres-Neuheitenkataloge sammelte, um sich an der Entwicklung des Modellbahnangebots zu orientieren, muss umdenken. Und den gewohnten Rhythmus, zu Jahresanfang im zeitlichen Umfeld der Nürnberger Spielwarenmesse einen Überblick über die wichtigsten Neuheiten zu erhalten, muss man sich abgewöhnen. Jetzt heißt es, allzeit bereit zu sein für Neues, von dem man noch nicht weiß, wann es ausgeliefert wird.

Update vom 12. Mai

Einen Tag nach der Publizierung der Sommerneuheiten hat Märklin seine Lieferterminlisten aktualisiert. Demnach ist die “VII K” 99 731 aus dem LGB-Programm zur Auslieferung im vierten Quartal 2021 vorgesehen.

Wir zeigen hier zwei Aufnahmen des Zittauer Originals 99 731, die erste Lokomotive der ab 1928 in Dienst gestellten Einheitsbaureihe 99.73-76. Die imposante 1’E 1′-Heißdampflok wurde bis 1933 in 32 Exemplaren in Dienst gestellt, sie erhielten die Betriebsnummern von 99 731 bis 99 762. Ab 1952 ließ die Deutsche Reichsbahn der DDR in zwei Bauserien weitere Fünfkuppler fertigen, die auf den frühen Einheitsloks basierten, jedoch weitgehend geschweißte und nicht mehr genietete Baugruppen aufwiesen. Ein Augenmerk wollen wir auf die Radgewichte der Lok lenken: Die sind beim Original innen gekrümmt und nicht so gerade mit dem Lineal geformt, wie es das LGB-Muster auf obigem Bild zeigt. Gehen wir mal davon aus, dass das noch nicht der Serienzustand ist.

Zahnradlok HG 4/4 von Kiss + LGB: Kräftig am Preisrad gedreht

Bild

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist nun die Schönste im ganzen Land? Das war die Frage, die wir eingangs des großen Vergleichs zwischen den beiden Finescale-Modellen der HG 4/4 704 DFB von Kiss und LGB stellten – die Fakten für das individuelle Resümee wurden in einem Extra auf fast acht Seiten in der GBP-Ausgabe 3/2021 den Lesern an die Hand gegeben. Denn solch eine Doppelentwicklung zur gleichen Zeit gab es noch nie, und einen solchen Vergleich gab es zuvor auch noch nie in der Spur 2m.

Beide Modelle sind ab Hersteller ausverkauft, aber – je nach Ausführung – noch als Neuware auf dem Markt: Kiss (geschätzt 150 Exemplare, Listenpreis 3450 €) und LGB (399 Exemplare, Listenpreis 3599,99 €) vollziehen dabei schon wenige Wochen nach ihrer Auslieferung wahre Preissprünge, rauf wie runter. Und: Es handelt sich weit überwiegend um Neuware bzw. als „brandneu“ beworbene Ware aus Händlerbeständen. Da heißt es für späte Interessenten, die jetzt darauf aufmerksam werden: Augen auf, vergleichen und nicht gleich beim ersten Angebot einwilligen, denn das kann teuer werden.

Das Epoche II-Modell von LGB bieten Händler aktuell zwischen 3.299 und 3.999 Euro an.

Schon bei einem kurzen Streifzug durch die Internetangebote bei Händlern oder Auktionsplattformen wie ebay wurden Ende April meist günstigere Preise für die SLM-Ausführung des SLM-Modells von LGB notiert – 3300 Euro sind hier ein gängiger Preis, aber auch 400 Euro über der Herstellerempfehlung wurden für dieses Epoche II-Modell (26271) verlangt, die Preisspanne liegt zwischen 3300 und 4000 Euro. Unsere teuerste Notierung für die aktuelle Epoche VI-Ausführung als DFB-Lok 704 von LGB hatte vor einigen Tagen sogar bei stolzen 4444 Euro gelegen, aufgerufen von einem Online-Modellbahnhändler im Raum Esslingen.

Verlangte jemand jemals mehr für eine HG 4/4? Ja, aber für das eigentlich günstiger gelistete Kiss-Modell der 704. Der gleiche schwäbische Online-Händler hat da keine Skrupel, für die Kiss-Lok bei ebay 4999 € aufzurufen. Scheinbar nimmt ihm das niemand übel, denn der Anbieter hat zu 100% positive Bewertungen. Vielleicht ist im Super-Preis ein Super-Service drin.

4.999 Euro werden hier für das Kiss-Modell verlangt. Sein Listenpreis war 3.450 Euro.

Aber es gibt auch erfreuliche Ausnahmen, was die Preisgestaltung von ab Werk ausverkauften Modelle anbetrifft: Bei einem großen Modellbahnhändler, der Firma Modellbau Härtle aus dem Allgäu, war am Abend des 28. April 2021 die LGB-Lok HG 4/4 704 in DFB -Ausführung sogar mit 5% Rabatt zur Preisempfehlung des Herstellers zu bekommen (siehe Abbildung). Vielleicht ist das Angebot jetzt, da sie es hier lesen, schon vergriffen. Aber es ist beruhigend zu wissen, dass nicht überall versucht wird, Modellbahner wie eine Gans auszunehmen.

Ab Werk ausverkauft – und doch gibt ein Händler noch 5% Rabatt auf den UVP des Herstellers.