Neue Gartenbahn-Marke startet

Am 28. Januar öffnet in Nürnberg die Spielwarenmesse in Pforten. Für die Modellbahner der Baugröße G hatte sie in den letzten Jahren zunehmend an Attraktivität verloren, denn die Neuheiten der großen Hersteller LGB und Piko sind bereits bekannt, Bachmann setzt seine Trends stets im Sommer auf dem heimischen Markt (kündigte daher für Nürnberg nichts Neues in der Baugröße G an), und kleinere Hersteller sind kaum noch auf der Messe in der Frankenmetropole vertreten. Doch in diesem Jahr gibt es eine große Überraschung: Eine neue Marke für Gartenbahner. Heute informierte das Unternehmen die Fachpresse erstmals über seine Pläne, setzte in seiner Vorabinformation aber zugleich eine Sperrfrist bis zum 26. Januar, die wir als seriöse Redaktion selbstverständlich beachten.

Dem Anspruch des Herstellers, der hinter der neuen Marke steht, folgend, dürfte die neue Produktlinie auf hochwertige, aber zugleich praxistaugliche IIm-Modelle ausgerichtet sein. Auf die ersten fertigen Mustermodelle ist die Redaktion des Gartenbahn Profi schon sehr gespannt. Mehr zu diesem Thema veröffentlichen wir mit Hintergründinformationen in diesem Blog ab 26. Januar, außerdem während der Spielwarenmesse ab 28. Januar und natürlich in der GBP-Ausgabe 2/2015.

Piko: Inland ist Wachstumsmotor

Piko-Chef Dr. René F. Wilfer bei der Pressekonferenz mit der bereits serienreifen Ausführung der Dampflok Baureihe 24, dem legendären Steppenpferd

Piko-Chef Dr. René F. Wilfer bei der Pressekonferenz mit der bereits serienreifen Ausführung der Dampflok Baureihe 24, dem legendären Steppenpferd. Die BR 24 ist die diesjährige Hauptneuheit in der Baugröße G. Bild: Piko

Die Geschäftsleitung des Sonneberger Modellbahnherstellers Piko berichtete am heutigen Dienstag (13.1.) über die Umsatzentwicklung des abgelaufenen Jahres und stellte zugleich das umfangreiche Neuheiten-Programm für das Jahr 2015 vor. Danach konnte Piko im 22. Jahr seines Bestehens seine Position als drittgrößter Modellbahnhersteller in Kontinental-Europa weiter ausbauen und festigen. In Deutschland, mit einem Umsatzanteil von 70% am Gesamtumsatz des Unternehmens der größte Markt für Piko, lag der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr bei + 3% und damit genau auf dem geplanten Niveau. Besonders erfolgreich habe sich erneut der Umsatz im deutschen Fachhandel entwickelt, hier lag der Zuwachs bei über + 6% gegenüber dem Vorjahr. Im Export lag der Umsatz in 2014 auf Vorjahresniveau und damit leicht unter dem geplanten Umsatz. Sehr erfolgreich habe sich  hingegen das Geschäft in den USA und China (mit einer eigenen Vertriebsorganisation in San Diego (USA) und DongGuan (China)) entwickelt, aber auch in Polen, Österreich, der Schweiz und Tschechien lagen die Umsätze über den Vorjahreszahlen.

Um im Export den Gesamtumsatz weiter anzukurbeln hat man sich bei Piko entschlossen den Vertrieb in Österreich jetzt mit eigenem Außendienst von Sonneberg aus abzuwickeln. Mit der Firma T2M in Faulquemont/Frankreich habe man außerdem für Frankreich, Belgien und Luxemburg einen renommierten neuen Importeur gewinnen können. Man erhofft sich in Sonneberg, dass dies den Umsatz in diesen Ländern deutlich nach vorne bringen werde.

Grundlage für Umsatzsteigerungen im angelaufenen Geschäftsjahr ist natürlich das umfangreiche Neuheitenpaket, über das seit Anfang des Jahres auf der Piko-Homepage („www.piko.de“) und in den bereits beim Handel ausliegenden aktuellen 2015-er Katalogen informiert wird. In der Baugröße G bringt Piko, nach dem 2013 vorgestellten Bubikopf BR 64 nicht ganz überraschend, mit der Dampflok BR 24 sicher das erwartete Highlight für die regelspurigen Gartenbahner in den Handel. Überraschend aber ist, dass man auf die Schlepptenderlok nicht bis zum Herbst warten muss, sondern die Neuheit zum Beginn der Saision ausgeliefert wird. Auch andere wichtige Neuheiten wird Piko in den beiden ersten Quartalen des Jahres ausliefern.

Eine weitere Formneuheit in der Baugröße G ist die Diesellok V20, die kleine zweiachsige Schwester“ der erst vor kurzem debütierten V36 (siehe GBP 1/2015). Ein weiteres Highlight ist der Steuerwagen Wittenberg. Diese komplette Formneuheit ist eine ideale Ergänzung für die bereits im Piko-Sortiment befindlichen Nahverkehrswagen „und stand deshalb ganz oben auf den Wunschlisten der Gartenbahner“, berichtete Piko-Chef Dr. Wilfer auf der Pressekonferenz. Mit einem Hochbord- und Bauzugwagen erscheinen im Jahresverlauf außerdem zwei komplette Güterwagen Formneuheiten für den amerikanischen Markt.

Auf der Nürnberger Spielwarenmesse wird Piko in allen seinen vier angebotenen Baugrößen insgesamt rund 300 Neuheiten vorstellen, darunter mit dem Piko Smart Control-System auch ein innovatives Digitalsystem, welches die Vorteile der Smartphone-Technologie mit den Bedürfnissen der Modellbahner verbinde.

Leichtere Ersatzteilsuche für LGB-Loks

Märklin verbessert den Ersatzteil-Service für LGB-Produkte durch eine neue Suchfunktion auf der LGB-Homepage. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte ist es ab sofort auf der Homepage im Bereich „Service“ möglich, auch für „alte“ LGB-Lokomotiven (also vor der Übernahme 2007 durch Märklin) nach Ersatzteilen zu suchen. Dazu muss lediglich die Artikelnummer der LGB-Lok in das Suchfeld eingegeben werden (siehe unten abgebildetes Beispiel zur Lok #27430).

Als Suchergebnis werden alle vergleichbaren Lokomotiven angezeigt, die Märklin seit 2007 mindestens einmal produziert hat. Von diesen Loks aus der Märklin-Ära können dann die Ersatzteilblätter aufgerufen und die Ersatzteile bestellt werden – bei Märklin direkt, oder beim LGB-Fachhandel, was bei Kleinteilen oft günstiger kommt. Damit seien rund 65% der noch offenen 212 Artikel erfasst, teile Märklin mit. Die noch fehlenden Artikelnummern werden immer dann ergänzt, wenn eine Lok aus Nürnberger Lehmann-Zeiten zum ersten Mal seit 2007 wieder neu produziert wird.

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Nicht erfasst sind Lokomotiven, die noch eine vierstellige Artikelnummer tragen, das heißt solche Modelle, die älter als 20 bis 25 Jahre sind. Für diese existieren bei Märklin keine verlässlichen Daten mehr, hieß es aus Göppingen.

Am 7. Juni: Flohmarkt bei Noch

Wer das Pfingstwochenende für eine Fahrt ins Allgäu nutzen möchte hat auch eine gute Gelegenheit, am Pfingstsamstag, 7. Juni 2014, den Flohmarkt beim Zubehöranbieter Noch in Wangen im Allgäu zu besuchen.

2014_04_NOCH-Flohmarkt_2-1Nach vielen Jahren veranstaltet die Firma Noch wieder einen Flohmarkt, auf dem zahlreiche Auslaufartikel, Restposten und Schnäppchen aus dem Modell-Landschaftsbau-Sortiment verschiedener Maßstäbe angeboten werden. Der Flohmarkt findet von 9 bis 16 Uhr auf dem Firmengelände in der Lindauer Straße 49 in 88239 Wangen im Allgäu statt.

Angeboten werden u. a. Gleismaterial, Gebäudebausätze, fertige Gebäude, Figuren, Modellfahrzeuge, Bäume, Messedioramen und Zweite-Wahl-Fertiggelände. Alle Angebote sind nur begrenzt verfügbar, und nur solange der Vorrat reicht.An diesem Tag finden keine Betriebsführungen statt, aber die Noch-Modellbau-Welt hat an diesem Tag länger geöffnet. Den Anfahrtsplan, den Parkplan und alle Infos zum Flohmarkt findet man im Internet auf der Seite www.noch.de.

Samstag, 10. Mai: Dampftag bei DMR Reppingen

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Ein Klassiker: 99 6001 von Reppingen

Die Freunde von Echtdampfmodellen lädt Ralph Reppingen am Samstag, 10. Mai 2014,  zu einem Tag der offenen Tür ein. Es bestehen Fahrmöglichkeiten für 45 Millimeter Schmalspurbahnen sowie für Spur 1-Fahrzeuge auf dem Außengelände. Außerdem findet ein Gebrauchtverkauf diverser Lokomotiven und Wagen sowie Zubehör statt. Erhältlich sind ferner Gussteile von Wilgro, außerdem stellen mehrere Kleinserienhersteller aus der Region ihr Angebot vor. Für Essen und Trinken ist gesorgt. Ort: Dampfmodellbau Reppingen, Gewerbepark 34 in D-52388 Nörvenich, ab 10 Uhr, Ende offen. Weitere Infos unter www.reppingen.de

Auf der Intermodellbau: Handmuster der „Pfiffi“ gestohlen

Gestohlen: Pfiffi-Handarbeitsmodell der 99 6101

Gestohlen: Pfiffi-Handarbeitsmodell der 99 6101

Das auf der Intermodellbau in Dortmund ausgestellte Handmuster der „Pfiffi“ 99 6101 von Train Line Gartenbahnen ist spurlos verschwunden und wurde allem Anschein nach gestohlen. Die noch unbekannte Diebe haben am Freitag Abend nach 18.30 Uhr den geselligen MOBA-Abend dazu genutzt, sich unbemerkt in der Halle 4 aufzuhalten und das ausgestellte Handarbeitsmodell zu stehlen. Die Lokomotive wurde bereits mehrfach auf Messen ausgestellt, sie stellt keine Vorserie von Train Line dar, sondern wird als handgearbeitetes Unikat für die laufende Konstruktion des Serienmodells und den dreidimensionalen Abgleich der Proportionen herangezogen. Geschäftsführer Meik Schröder von Train Line Gartenbahnen äußerte sich daher auch tief betroffen über diesen dreisten Diebstahl: „Natürlich wird das Handmuster noch konstruktiv benötigt und wir bitten um Ihre Hilfe. Wer das Modell sieht, findet oder gar zurück bringen kann erhält als herzlichen Dank ein voll ausgestattetes Serienmodell der Pfiffi, einschließlich mit digitaler Soundausstattung (WLAN oder DCC).“

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Die matt-schwarze raue Oberfläche ist ein markantes Merkmal der gestohlenen Musterlok.

Der Gartenbahn Profi hatte bereits im vergangenen August die Gelegenheit, das Unikat im eigenen Fotostudio ablichten zu können. Aus der Fotoserie veröffentlichen wir hier drei dieser Fotos. Das besondere an der Handarbeitslok ist die Gestaltung der Oberfläche, die matt strukturiert ist und einen sehr rußigen Betriebseindruck hinterlässt. Diese Oberfläche kann ohne eine nachträgliche Alterung serienmäßig nicht hergestellt werden, auch unterscheidet sich das Kunststoffmodell wegen der Oberfläche deutlich von den früheren Messingmodellen der Firma Kiss. Insofern dürfte die Train Line Musterlok, wenn Sie denn irgendwo angeboten wird, sehr leicht auffallen – auch, wenn man sie später auf einer Anlage entdecken sollte.

Hinweise nimmt die Firma Train Line Gartenbahnen, aber auch die Polizei entgegen.

Handmusterlok 99 6101

Handmusterlok 99 6101

 

 

Vollmer hört Mitte 2014 auf

Der in den letzten Jahren schon geschrumpfte Markt an Gebäudemodellen der Baugröße G wird möglicherweise um ein Markensortiment ärmer: Die in Stuttgart-Zuffenhausen beheimatete Firma Vollmer kündigte an, zu Mitte des Jahres 2014 die Werkstore in der Porschestraße 25 zu schließen und den Geschäftsbetrieb ganz einzustellen. Das 1946 gegründete Unternehmen werde zwar noch einmal auf der Spielwarenmesse 2014 in Nürnberg auftreten, doch hat dies nur noch eine kurzfristige Bedeutung.

Wie Vollmer-Geschäftsführerin Susanne Vollmer gegenüber der Eisenbahn-Pressevereinigung Ferpress erklärte, habe auch Vollmer als kleiner mittelständischer Zubehöranbieter unter der allgemeinen Entwicklung zu leiden. „Wir sind in diesem Zusammenhang nach reiflicher Überlegung zum Fazit gekommen, dass es besser ist, rechtzeitig und geordnet aufzuhören und nicht länger auf eine ungewisse Zukunft des Unternehmens zu bauen,“ führte Susanne Vollmer aus.

Die Firma Vollmer führte über die Jahre hinweg auch ihr G-Gebäudeprogramm weiter, das so bekannte Modelle wie den stattlichen Bahnhof „Neuffen“ umfasst, obwohl in diesem Sortimentsbereich seit 2003 keine Neuheiten mehr vorgestellt wurden – mit einer Ausnahme: 2012 kündigte der Zubehörhersteller zur Spielwarenmesse die Stille-Nacht-Kapelle auch in der Baugröße G an, die dann knapp ein Jahr später auch in den Handel kam (Baubericht siehe Gartenbahn Profi 3/2013).

Ob das Vollmer G-Programm von einem anderen Unternehmen weitergeführt wird, davon ist angesichts der Flaute auf dem Gebäudesektor kaum auszugehen. Für den Groß- und Gartenbahner kann es daher nur einen Tipp geben: sich jetzt rechtzeitig noch nach Vollmer G-Gebäudebausätzen umzusehen, bevor es sie nicht mehr gibt. Die traditionelle Fabrikationsstätte in Zuffenhausen in direkter Nähe zu einem namhaften Sportwagenhersteller dürfte dagegen sicher Interessenten finden.

Vollmer ist in der Branche für seine eher solide, zurückhaltende Unternehmenspolitik bekannt, die sich stets den Marktverhältnissen angepasst hat. Insofern kommt die Nachricht von der Schließung nun überraschend, zumal erst am 23. Dezember im SWR-Fernsehen ein Beitrag über das Traditionsunternehmen gesendet wurde, Titel: „Miniwelten – ein Familienbetrieb für den Modellbau“. Der Beitrag ist noch kurze Zeit über die SWR-Mediathek abrufbar (zum Beitrag).

Piko: Rollout der BR 64

Bei Piko ist es seit Jahren Tradition, die Vorstellung der jeweiligen Jahres-Hauptneuheit des G-Produktsegments mit einem „Rollout“ zu verbinden. Am Dienstag, 22. Oktober, hatte das Sonneberger Unternehmen zur Dampfbahn Fränkische Schweiz (DFS) nach Ebermannstadt eingeladen – nicht ohne Grund: Dort fährt das große Vorbild der jetzt als G-Modell auslieferbereiten Dampflok der Baureihe 64, genannt „Bubikopf“ (siehe auch Beiträge in der aktuellen GBP-Ausgabe 6/2013).

Piko-Chef Dr. Wilfer präsentierte das Modell der BR 64 vor dem Original in Ebermannstadt

Piko-Chef Dr. Wilfer präsentierte das G-Modell der BR 64 vor dem Original in Ebermannstadt.

Museale Vorbildlok wie das Piko G-Modell tragen die Betriebsnummer 64 491, wobei Piko allerdings eine Beschriftung in der DB-Epoche 3 der 1950er und 1960er Jahre gewählt hat und das Modell mit genieteten Wasserkästen darstellt. Anfang November wird die inzwischen neunte G-Lok von Piko bei den Händlern stehen. Unser Testmodell der BR 64 konnten wir direkt aus Ebermannstadt mitnehmen – es wird heute digitalisiert und fotografiert und geht ab Donnerstag in den Testbetrieb. Lauffähig ist es ab Radius R1 (600 mm), doch wer es voll ausrüsten will mit ungekürzten Trittstufen am Führerstand sowie langen Kolbenschutzrohren, benötigt einen größeren Radius als R1.

Das G-Modell der BR 64 von Piko auf der Pufferbohle des großen Vorbilds

Das G-Modell der BR 64 von Piko auf der Pufferbohle des großen Vorbilds

Das G-Modell der BR 64 ist das erste, das Piko mit einem kugelgelagerten 7-poligen Bühlermotor ausrüstet. Das für 450 € (UVP) angebotene Dampflokmodell ist ferner mit kugelgelagerten Treibradsätzen und Edelstahl-Radreifen ausgerüstet, es verfügt auch über einen zuschaltbaren Rauchgenerator sowie als Schmankerl eine Triebwerksbeleuchtung. Zwei Haftreifen und eine ausgewogene Ballastierung sollen dem Modell eine hohe Zugkraft verleihen, damit brauche sich der G-Bubikopf nicht hinter dem überarbeiteten und sehr zugkräftigen Modell des Piko-Krokodils (Ausführung Mittelweserbahn, siehe GBP 5/13) verstecken, verriet uns der zuständige Piko-Konstrukteur im Gespräch während des Rollouts. Wir werden es ausprobieren.

Piko-Chef Dr. René F. Wilfer berichtete anlässlich des Rollouts auch, dass Piko mit Volldampf das Gartenbahngeschäft ausbaue. Der Produktbereich G liege mit einem Umsatzplus von 20 Prozent zu Ende September über dem Vorjahresergebnis. Nun hoffe man, mit der ab Anfang November verfügbaren BR 64 im Weihnachtsgeschäft gut mitmischen zu können.

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Scheinausfahrt aus dem Bahnhof Behringersmühle. Fotos: gil

Das Rollout verlief jedenfalls nach Maß: Sonnenschein in der Frankischen Schweiz begleitete die von der DFS bestens durchgeführte Dampfzugsonderfahrt nach Beringersmühle, wo die Lok umsetzte und nun Schornstein voraus wieder zurück nach Ebermannstadt dampfte. Für die Fotografen gab es hier eine Scheinausfahrt – einen Eindruck davon geben wir mit dem obigen Foto wieder. Mehr über das Vorbild der BR 64 lesen Sie in der aktuellen GBP-Ausgabe 6/13, den Test des Piko-Modells veröffentlichen wir in der Ausgabe 1/14. Für die Digitalisierung verwenden wir diesmal den neuen LokPilot 4.0 von ESU.

 

 

Aristo-Craft macht dicht

Schlechte Nachrichten für die Freunde der US-Bahnen: Aristo-Craft wird seinen Geschäftsbetrieb zum Jahresende 2013 einstellen. Die Familie Polk richtete heute einen entsprechendes Schreiben an Geschäftspartner, Händler und Kunden per Newsletter und kündigte nach über 80 Jahren das Ende der Familienunternehmung an. In der Mitteilung wird vorrangig die schlechte Wirtschaftslage seit 2008 verantwortlich für die schwierige Situation auf dem amerikanischen Gartenbahnmarkt gemacht. Allerdings erweckte Aristo-Craft zuletzt immer mehr den Eindruck, dass man an den Wünschen des Marktes vorbei produzierte. Fehlentwicklungen wie die maßstäblich zwischen zwei etablierten Baugrößen platzierte europäische Güterzuglok Class 66 oder die Consolidation sind nur zwei Beispiele, die Funkfernsteuerung Revolution ein weiteres. Das Marketing-Konzept der Direktbelieferung von Endkunden kippte Aristo-Craft aus den Händlerregalen, in Europa zog sich letztes Jahr dann Bachmann als Vertriebspartner zurück. Man hatte es auch nicht verstanden, auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen und das Marketing schleifen lassen. Mit Newslettern, in denen von Containern voller neuer Farbvarianten der Eggliner berichtet wurde, konnte man jedenfalls keinen Markt beleben.

Was aus dem Produktsortiment von Aristo-Craft wird, bleibt abzuwarten. Für die verbliebenen US-Hersteller kann es nur eine Warnung sein, es besser zu machen als Aristo-Craft in seinen letzten fünf Jahren. Und den europäischen Markt nicht zu vergessen, auch wenn die „alte Welt“ weit weg ist.

Digital-Infotag für die Redaktion

Rege Diskusssionen gab es beim Raptor-Informationsbesuch mit Vorführanlage beim Gartenbahn Profi (v. links: Dieter Fettweiß, Louis Christianen, Bert Gorissen, Klaus Himmelreich und Marco van der Toorn). Foto: H.-Joachim Gilbert

Rege Diskusssionen gab es beim Raptor-Informationsbesuch mit Vorführanlage beim Gartenbahn Profi (v. links: Dieter Fettweiß, Louis Christianen, Bert Gorissen, Klaus Himmelreich und Marco van der Toorn). Foto: H.-Joachim Gilbert

In den Niederlanden ist das Digitalsystem „Raptor“ bereits ein Begriff, nun setzt der kleine Hersteller zum Sprung nach Deutschland an. Diese Woche besuchten Marco van der Toorn, Bert Gorissen und Louis Christianen von Raptor Digital aus Rotterdam die Redaktion des Gartenbahn Profi, um den neuen freilandtauglichen Gleisbesetztmelder und das komplette System auf einer eigens neu erbauten Vorführanlage zu demonstrieren. Automatischer Zugbetrieb mit drei Lokomotiven lief über Stunden auf einem kurzen Streckengleis und sechs Abstellgleisen ab, in wechselnden Abfolgen und im Gegenverkehr, ganz ohne Kollisionen. Ein automatischer Zugbetrieb von der einfachen Pendelstrecke bis hin zum zufällig ablaufenden Zugbetrieb über mehrere Bahnhöfe mit gegenläufigem Zugverkehr und mehreren Zügen (vergleichbar zum Anlagenporträt in GBP 4/2012) ist mit der Raptor-Zentrale und dem neuen Gleisdetektor (wetterfest und kurzschlusssicher bis 10 A) ohne vertiefende Programmier-Fachkenntnisse möglich.

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Der 0-Ohm-Detektor ist wetterfest.

Doch der neuartige „0-Ohm“-Gleisdetektor lässt sich nicht nur mit der Zentrale von Raptor (sie versteht mehrere Digitalsprachen wie DCC, Motorola, Selectrix, Digitrax, FMZ und andere) nutzen, auch mit anderen Digitalsystemen lässt sich die einfach zu handhabende Gleisbesetzmeldung einbauen, um beispielsweise Schattenbahnhöfe zu überwachen oder Zahnradbahnen punktgenau zum Halten zu bringen, damit sie auch ohne Prellbock nicht übers Gleis hinaus fahren. Ausbaubar ist das System bis hin zu einer automatisierten Gleisbelegung, die dem Zug ein freies Gleis zuweist, sofern die Lok für das Gleis freigegeben ist. Und das – wenn gewünscht – erst, wenn die Raptor-Zentrale die echte Rückmeldung der gestellten Weiche und die Bestätigung über den freien Fahrweg erhalten hat. Vorher fährt kein Zug los…

Die GBP-Mitarbeiter Klaus Himmelreich und Dieter Fettweiß (er betreut die Technik jener privaten Großanlage, die wir für unsere Fahrtests regelmäßig nutzen) nahmen an der mehrstündigen exklusiven Infoveranstaltung teil, um für die kommenden Ausgaben des Gartenbahn Profi interessante und anschauliche Beiträge über Gleisbesetztmeldung und automatisierten sicheren Fahrbetrieb vorzubereiten. Natürlich werden dabei auch Produkte anderer Hersteller betrachtet, aber auch die hierzulande nahezu noch unbekannte Raptor-Zentrale mit ihren anschließbaren Peripheriegeräten, zu denen – zeitgemäß – auch WLAN-Technik und Tablet-PC gehören. Interessante Themen, die wir in den nächsten Ausgaben anschaulich für Sie aufbereiten werden.