30 Jahre Piko – endlich wieder Tag der offenen Tür

Verschoben ist nicht aufgehoben – und nach der Corona-bedingten Pause öffnet Piko am Sitz des Stammwerks in Sonneberg – ganz wie im Vorjahr versprochen – am Samstag, 18. Juni, wieder seine Tore. Auf die G-Bahner wartet ein speziell zum Anlass bedruckter Sonderwagen. Piko-Geschäftsführer und Inhaber Dr. René F. Wilfer gab bei einer Vorab-Pressekonferenz auch Informationen zur aktuellen Geschäftsentwicklung. Darüber hinaus standen der Benefiz-Wagen zur Ukraine-Hilfe und die damit verbundene aktuelle Spendenaktion des Modellbahnherstellers auf der Tagesordnung.

Dr. Wilfer berichtete von einem erfolgreichen Jahresstart, obwohl auch Piko von der aktuellen weltwirtschaftlichen Situation „nicht vollkommen unbeeindruckt“ sei. Die anhaltenden, logistischen Probleme resultieren in deutlich längeren Laufzeiten der Container aus Fernost (vormals 5 bis 6 Wochen, mittlerweile bis zu 3 Monaten) und führen schließlich zu Verschiebungen bei den geplanten Neuheiten-Auslieferungen. Darüber hinaus komme es aktuell zu Schwierigkeiten bei der Beschaffung von elektronischen Bauelementen, unter anderem für die Herstellung der Decoder. Infolgedessen verzögern sich die Auslieferungen von Soundmodellen.

Ende Mai habe der Umsatz mit +3% zwar leicht über dem des Vorjahreszeitraumes gelegen, jedoch etwas unter dem für die ersten 5 Monate angesetzten Planumsatz. Etwa zwei Drittel des Gesamtumsatzes generiert Piko in Deutschland. Hier lag das Unternehmen Ende Mai auf Planniveau und konnte eine Umsatzsteigerung von +4 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum generieren, im deutschen Fachhandel sogar von +7 %. Wesentliche Faktoren für diese Entwicklung seien die gute Lieferfähigkeit im Bereich von Standardartikeln wie Gleise, ein attraktives Neuheiten-Programm sowie eine stabile Betreuung des Marktes. Die aktuell positive Auftragslage gebe Anlass, optimistisch auf die bevorstehende zweite Jahreshälfte zu blicken und man hoffe, den Rückstand im Jahresverlauf aufholen zu können.

Innovation, Qualität und ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis – auf diesen Werten baue das Unternehmen seit der Gründung der Piko Spielwaren GmbH im Jahre 1992 auf und bewähre sich als zuverlässiger Hersteller für Modelleisenbahnen und Modellbahnzubehör, führte Dr. Wilfer aus. Das letztlich auf eine über 70 Jahre währende Modellbahntradition fußende Unternehmen beschäftigt am Standort Sonneberg derzeit 171, am Standort in Chashan im Süden Chinas 520 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Um den eigenen Ansprüchen und denen der Kunden auch in Zukunft gerecht zu werden, sucht Piko als drittgrößter Modellbahnhersteller in Kontinental-Europa derzeit qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den Standort Sonneberg.

Piko: „Tag der Offenen Tür“ zum 30. Geburtstag

Die Tage der offenen Tür haben bei Piko Tradition. Schon 1999 öffnete das Unternehmen seine Türen, damals anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Marke Piko. Sieben Jahre zuvor hatte Dr. René F. Wilfer die Piko Spielwaren GmbH gegründet und damit den Weg für die Zukunft des ehemaligen VEB Piko gesichert. Dieses Ereignis jährt sich 2022 nun zum 30. Mal und kann – dank der Verschiebung – am „Tag der Offenen Tür“ gemeinsam gefeiert werden.

Um 9 Uhr morgens beginnt der Einlass auf das Werksgelände in Sonneberg. Ab diesem Zeitpunkt haben die Besucher bis 17 Uhr die Möglichkeit, die Modellbahnproduktion hautnah mitzuerleben und mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Gespräch zu kommen. Neben dem traditionellen Verkauf von zweiter Wahl Artikeln und Oldies (Einzelteile, teils noch aus der DDR-Produktion) werden auch in diesem Jahr wieder Sondermodelle angeboten. Zu den abwechslungsreichen Programmpunkten zählen:

  • Firmenbesichtigung bei laufender Produktion
  • Sonderverkauf von Piko-Produkten, Raritäten und Souvenirs
  • Informationen zur Geschichte von Piko und zum Werk in Chashan
  • Tombola mit hochwertigen Preisen
  • Limitierte und exklusive Sonderwagen für die Spurgröße H0 und G
  • Große Modellanlagen in den Spurgrößen H0, TT und Gartenbahn
  • Piko-Modelle mit individuellem Druck als besondere Erinnerung
  • Kinderbetreuung sowie eine riesige Hüpfburg
  • Große Piko-Gartenbahnspielanlage
  • Malaktion für Kinder, die ihren eigenen Modellbahnwagen gestalten möchten

Für das leibliche Wohl werden auf dem Firmengelände verschiedene Thüringer Spezialitäten sowie warme und kalte Getränke angeboten. Für die Gäste, die per Bahn anreisen, steht ein kostenloser Busshuttle bereit, Gäste, die mit dem Auto anreisen, können rund um das Firmengelände in der Lutherstraße ausreichend Parkmöglichkeiten nutzen.

Zum Schutz von Gästen und Gastgebern gilt in diesem Jahr für den Zutritt auf das Firmengelände die 3G-Regelung. Im Zuge dessen haben Besucherinnen und Besucher am Firmeneingang die Möglichkeit, einen kostenfreien Corona-Schnelltest durchzuführen, sofern Sie nicht geimpft oder genesen sind.

Benefizwagen “Ukraine-Hilfe”

Zur Hilfe und Unterstützung von Menschen aus der Ukraine, die durch den furchtbaren Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ihre Heimat verloren und in Sonneberg Aufnahme gefunden haben, hat Piko einen Benefizwagen aufgelegt. Die Vermarktung des H0-Sonderwagens zum Preis von 30 Euro startete am 27. Mai, bis zum 14. Juni wurden bereits über 1.100 Stück bestellt. Piko spendet den kompletten Netto-Verkaufserlös an die Stadt Sonneberg, der aktuelle Spendenstand liegt bei ca. 28.000 Euro. Bestellschluss für den Benefizwagen, der Ende Oktober zur Auslieferung kommt, ist am 18. Juni, sodass die Besucher am „Tag der Offenen Tür“ auch noch Gelegenheit haben, mit dem Kauf des Modells den Menschen aus der Ukraine zu helfen. Die Übergabe des Spendenschecks an den Bürgermeister der Stadt Sonneberg, Dr. Heiko Voigt, erfolgt im Rahmen des „Tages der Offenen Tür“.