Kuppelt – oder kuppelt nicht…

Test-Koffer mit MD-Entkupplern.

Wie lange es dauert, bis Kunststoff unter der Sonneneinstrahlung ausbleicht und spröde wird, kann man in Echtzeit testen. Und Jahre warten. Die Industrie testet die Beständigkeit ihrer Produkte vor UV-Strahlen natürlich unter Laborbedingungen und lässt vieljährige Zeitspannen auf wenige Wochen schrumpfen. So ähnlich ist das auch beim Dauertest über motorische Entkuppler, der unseren Mitarbeiter Bernd Spiller schon seit Wochen beschäftigt. Und zwar als Nebentätigkeit, beispielsweise beim gemütlichen Fernsehabend, wird in Intervallen immer wieder aufs Knöpfchen am Funkhandregler gedrückt, um Entkuppelvorgänge auszulösen. Der mobile Digitalstrom-Koffer samt Decoderausstattung (im Bild zu sehen mit angeschlossenen MD-Entkupplern) macht‘s möglich. Mit dieser lastfreien Methode testen wir die Standfestigkeit der Testmuster, und die fällt bislang noch sehr unterschiedlich aus, wie in GBP 3/2022 ausführlich nachzulesen ist.

LGB-Entkuppler. Fotos: Bernd Spiller

Zu den Entkupplern von Massoth und MD Electronics hat sich in diesen Tagen bei uns auch der Entkuppler von LGB (Bild rechts) gesellt, wie er nun zuerst bei den rhätischen High-End-Krokodilen verbaut worden ist. Und von einigen Käufern der Lok schon wieder ausgebaut wurde, weil sich die Getriebeschnecke von der Motorwelle gelöst hat – auch im Bild zu sehen. Offenbar kein Einzelfall, wie wir erfahren haben. Als Einzelteil und somit zum Nachrüsten ist der Entkuppler von LGB allerdings noch nicht lieferbar – bislang steht er nur in der Ersatzteiliste der Krokodile. So warten wir auf Ersatz und testen die anderen weiter – lastfrei im Hobbylabor und natürlich auch im regulären Anlagenbetrieb. Nur, dort kommen wir nicht so schnell auf die Entkuppelvorgänge, die den Dauertest ausmachen. Inzwischen nähern wir uns im realen Gartenbetrieb jeder Größenordnung an simulierten Entkuppelvorgängen, bei denen das erste Fabrikat schon ausgestiegen ist.

Haben Sie auch Erfahrungen mit den aktuellen Ausführungen der Entkuppler von Massoth (die neue Rangierkupplung), von MD Electronics und LGB mit eingebautem Motorantrieb gemacht? Teilen Sie uns doch dazu kurz Ihre Erfahrungen mit, unter Angabe von Fabrikat und Produktnummer sowie ungefährer Einsatzzeit, per Mail an: redaktion@gartenbahnprofi.de

Neues Entkuppler-Problem

Als LGB das Modell der orangefarbenen HSB-Diesellok V 10C im Frühjahr 2020 als Formneuheit auslieferte, sorgte die kleine Rangierdiesel gleich für eine Überraschung: Man konnte ohne Nacharbeiten den Rundkesselverdampfer und die automatischen Entkuppler von Massoth einfach einbauen und anschließen. Dies wurde und wird bis heute von Märklin/LGB nicht publiziert und war auch zum damaligen Zeitpunkt bei Massoth nicht bekannt. Das sorgte dann schon bald für Probleme bei der DCC-Programmierung der beiden Funktionsausgänge des mfx-Lokdecoders, um die Entkuppler auch über entsprechende F-Tasten des Steuergerätes zu betreiben.

Eine Anfrage des Redaktionsteams bei LGB führte zu einem Programmiervorschlag, der – im Vertrauen auf eine fachkundige Auskunft – im GBP 4/2020 veröffentlicht wurde. Er brachte allerdings nicht das gewünschte Ergebnis. Erst aufgrund von Hinweisen engagierter Leser und deren zutreffenden Programmierschritten wurde mit Unterstützung von Massoth ein funktionierender Programmiervorschlag erarbeitet und im GBP 1/2021 veröffentlicht. Aus vielen positiven Feedbacks war zu entnehmen, dass es damit nun auch ohne die CS3 von MLGB mit jeder der mehrheitlich eingesetzten DCC-Zentralen verschiedener Hersteller möglich wurde, die Entkuppler mit dem in der Lok verbauten mfx/DCC-Decoder in Betrieb zu nehmen.

Dies ist nun bei den in neuerer Zeit ausgelieferten Modellen der V10C offensichtlich nicht mehr der Fall. Mehrere betroffene GBP-Leser haben nach Montage der Entkuppler und Programmierung der beiden Steckplätze AUX4 und AUX5 nach unserem Vorschlag festgestellt, dass die Kupplungshaken nach Betätigung der F-Taste nach unten und ohne Verzug gleich wieder nach oben fahren. Durch diese Fehlfunktion ist ein Entkuppeln nahezu unmöglich geworden. Die GBP-Redaktion vermutet, dass die Ursache in einer geänderten Programmierung des Lokdecoders zu suchen ist. Dies wurde inzwischen von den Entwicklungsingenieuren der Firma Massoth bestätigt. Von dort kam die Information, dass man versuchen wolle, zusammen mit den Technikern bei LGB die Ursache zu finden. Neue Programmierhinweise werden wir auch in diesem Blog veröffentlichen, sobald sie vorliegen und erprobt sind. (BS)